Der CSU-Ortsverband Ebern fasst die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr ins Auge. Notwendig werde es, so sagte Vorsitzender Sebastian Ott bei der Jahresversammlung, bald einen Kandidaten für die nächste Bürgermeisterwahl zu finden. Deswegen wolle man noch im Juli eine Vollversammlung der beiden CSU-Ortsverbände Jesserndorf und Ebern einberufen, die gemeinsam einen Spitzenkandidaten präsentieren sollen.
Weiteres großes Thema der Sitzung im Gasthof "Post" war laut Bericht aus CSU-Kreisen die Debatte um die Gewerbefläche neben der Stadthalle. "Die Frauengrundhalle wird immer mehr zum Herz der Stadt Ebern", befand Ott. Er sei der Meinung, "dass die Grün- und Freiflächen an der Halle dauerhaft erhalten und im Eigentum der Stadt bleiben sollen".


500 Einträge in kurzer Zeit

Aktuell stelle sich die Frage, wie die CSU mit einem angestrebten Bürgerbegehren weiter umgehen soll. Sie hatte in der Stadt Unterschriftenlisten ausgelegt, und rund 500 Bürger hätten sich eingetragen. "Wir bräuchten zehn Prozent der Unterschriften der wahlberechtigten Bürger, und das wären 600. So steht jetzt schon fest, dass wir in der Lage wären, das Bürgerbegehren durchzuführen", erklärte Ott. Allerdings habe der für dieses Gelände vorgesehene Betrieb "Fleisch in Flaschen" inzwischen einen Rückzieher gemacht. Dies ändere aber nichts an dem Wunsch, diese Freiflächen vor der Frauengrundhalle für die verschiedensten kulturellen Veranstaltungen freizuhalten. Demgegenüber habe der Bürgermeister geäußert, dass dieses Areal weiter Gewerbefläche bleiben solle.
"Ich wäre dafür, es auf sich beruhen zu lassen", riet Altbürgermeister Robert Herrmann. Der Bebauungsplan sei einst für einen geplanten "Fahrsicherheitsbetrieb" aufgestellt worden, der aus den verschiedenen Gründen dann nicht gekommen sei. Später habe man sich verständigt, dass man auf diesem Gelände alles verwirklichen könne, was sich mit der ausgewiesenen Nutzung verträgt. Inzwischen hätten sich über 30 Firmen im Gewerbegebiet "Alte Kaserne" angesiedelt. Weitere rechtliche Schritte würde er deswegen nicht angehen, sagte Herrmann.
Vorsitzender Ott meinte: "Wir sollten auf politischer Ebene fraktionsübergreifend versuchen, eine Lösung zu finden, wie man mit dieser Frei- und Grünfläche umgeht."
Im Jahresrückblick erinnerte Ott an Besuche bei Einrichtungen und Betrieben in Ebern und an die Aktivitäten zur Bundestagswahl, vor der man erstmals einen "Haustürwahlkampf" gemacht habe. Die jetzige Ministerin Dorothee habe hier eines ihrer besten Ergebnisse erzielt.
Die CSU wolle mit ihrer Kommunikation besser und schneller werden und dabei den Finger in Wunden legen und aufzeigen, was der Bürger will. SPD-Bürgermeister Jürgen Hennemann betreibe "keine transparente Politik, und die nichtöffentlichen Teile in der Sitzung werden sehr vergrößert", kritisierte Ott.
Landrat Thomas Habermann aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld war in seiner Eigenschaft als Bezirksrat nach Ebern gekommen und sprach über die Aufgaben des Bezirks, der in Ebern als Träger der Meisterschule wirke. Schwerpunkte des Bezirks seien die gesamte Sozialpolitik mit bestimmten Sozialhilfe-Einrichtungen und besonderen Krankenhäusern sowie die Kultur.
Als Kandidatin auf der CSU-Landesliste stellte sich die 24-jährige Juliane Demar aus Großbardorf vor. Sie stellte die Bedeutung der Digitalisierung für den ländlichen Raum heraus.


Ehrungen

Etliche Mitglieder wurden für langjährige Treue zur CSU ausgezeichnet: für 20-jährige Mitgliedschaft Peter Finzel, Karlheinz Drachenberg und Christian Poli; für 30-jähre Treue Leo Jakob, Konrad Schauer, Harald Grell und Matthias Batzner; für 40 Jahre Bernhard Süppel, Georg Habermann, Dieter Krause, Herbert Pfeuffer, Dietmar Hofmann und Hans-Josef Schmitt. Schon 55 Jahre bei der CSU ist Josef Landvogt. gg