Deutschland im Corona-Winter - für viele eine stressige Zeit, in der man ein wenig Wellness gut gebrauchen könnte. Nur leider sind Spas, Thermen, Massagestudios oder Fitnesscenter geschlossen. Wellness zu kaufen gibt es im Moment also nicht.

"Man kann sich aber zu Hause immer etwas Gutes tun", sagt Lutz Hertel. Er muss es wissen. Denn Hertel ist nicht nur Diplom-Psychologe, sondern auch seit dreißig Jahren Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wellness-Verbandes. Er sagt: "Viele verstehen Wellness falsch, in dem Sinne von ,Ich lasse mich von anderen verwöhnen'."

Dabei sei Wellness viel mehr als ein Spa-Urlaub, eine Gesichtsmaske oder ein entspanntes Bad. Vielmehr gehe es um einen ganzheitlichen Ansatz. "Wellness meint ja eigentlich, dass Sie einen gesunden Lebensstil führen", erklärt der Experte, "dass Sie im Alltag auf sich aufpassen und so leben, dass es nicht nur jetzt im Moment gut für Sie ist, sondern dass es auch nachhaltig einen Effekt hat."

Zehntausend Schritte am Tag

Deshalb müsse sich jeder selbst fragen: Was tut mir gut? Und zwar auf lange Sicht und nicht nur für einen kurzen Moment. Auch wenn die Antworten darauf individuell sind, gibt es Dinge, die unerlässlich für einen dauerhaft gesunden Lebensstil sind. "Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie gut und richtig schlafen", sagt Hertel. Grundlage sind regelmäßige Schlafenszeiten, die dafür sorgen, dass man gut ein- und durchschlafen kann.

Ebenfalls wichtig sei ausreichend Bewegung am Tag. "Mindestens zehntausend Schritte sollen wir am Tag gehen", sagt Hertel. Eine Fitness-App kann dabei helfen. Gleichzeitig kommt es auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung an. Vor allem während der Corona-Einsamkeit darf das Essen keine Kompensation sein, das man im Frust in sich hineinstopft.

Viele denken bei Wellness aber auch an Körperpflege. Dabei muss es mitnichten nur um Hygiene gehen. "Sie können zum Beispiel Ihr Badezimmer schön gestalten", sagt Hertel. Außerdem solle man darauf achten, dass die Pflegeprodukte, die man verwende, gut für Gesundheit und Haut seien.

Wirkungen von Düften nutzen

Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel empfiehlt zum Beispiel ein Aromabad. "Düfte beeinflussen unser Wohlbefinden ganz wesentlich und können dazu beitragen, unseren Alltag stressfreier zu gestalten und Auszeiten bewusster zu genießen." Die unterschiedlichen Düfte kann man dabei ganz bewusst einsetzen.

"Wer nach einem langen Arbeitstag abgespannt ist, sollte beispielsweise einen Badezusatz mit ätherischen Ölen aus Kräutern gegen die Müdigkeit nutzen", sagt Huber. Lavendel wirke in stressigen Zeiten beruhigend und Rosmarin werde aufgrund seiner entspannenden Wirkung geschätzt. "Einen belebenden Effekt erreicht man hingegen mit Zimt, während Düfte aus Früchten wie Mandarine und Zitrone einen aufheiternden und anregenden Charakter haben."

Wie Hertel rät auch Huber zu einer langfristig angelegten Wellness für den ganzen Körper. Die Haare zum Beispiel sind besonders im Winter angegriffen von Heizungsluft und Mützen. Sie brauchen andauernde Pflege, am besten mit Produkten, die Haar und Kopfhaut mit einer Extra-Portion Feuchtigkeit versorgen. "Die Haare freuen sich außerdem, wenn sie regelmäßig mit besonders reichhaltigen Kuren verwöhnt werden, die brüchige Stellen im Haar kitten und die Haarstruktur wieder glätten", sagt Huber.

Sich Wellness und Entspannung nach Hause zu holen, ist also auch in der stressigen Corona-Zeit gar nicht so schwer. "Ich bin dafür, all das wertzuschätzen, was man hat, anstatt sich auf das zu fokussieren, was man im Moment vermisst", sagt Hertel. "Trotz aller Einschränkungen geht es uns doch gut. Und die Gedanken daran, was uns im Moment fehlt, die machen uns keine gute Laune." Und schließlich bleibt ja auch die Vorfreude auf wieder geöffnete Wellness-Studios. dpa