Die Musik kam vom Band, der Kirchhof zwischen Morizkirche und dem Gymnasium Casimirianum blieb weitgehend leer. Wo sich sonst Schüler, Eltern und zahllose Ehemalige um die Absperrung drängen und eine über 1000-köpfige Corona bilden, fanden sich nur rund 200 Personen ein: Die 90 Schüler des Bekränzungsjahrgangs Q11, einige Lehrer, die Eltern der "Leiterschüler", einige Mäzene der Schule. Wo sonst die Schulkapelle aufspielt, begleitet vom Gesang der Anwesenden, kam die Musik vom Notebook.

"Eine sehr stilvolle, korrekte, aber eben kleine Bekränzung" wurde da gestaltet, wie das Gymnasium mitteilt. Als Redner hatte die Q11 Ron Höllein gewählt. Er durfte auch die Bekränzung vornehmen, unterstützt von den fünf Jahrgangsbesten der Q11, Katharina Tammer, Anna Dreilich, Sophia Schnetter, Clara Pfitzer und Tim Heideck. Ron Höllein hielt eine sehr persönliche emotionale Rede über die Phänome von Stress und Muße in diesen virulenten Zeiten und fokussierte via Selbst- und Nächstenliebe auf die, von jedem zu wahrende oder wiederzugewinnende, Selbstachtung.

Anschließend stieg er als erster auf die Leiter und bekränzte das Casimirstandbild in luftiger Höhe: Zuerst mit dem großen Kranz am linken Arm, dann setzte er den kleinen Kranz auf das Haupt der Statue. Dazu sprach er die traditionellen Worte, zu denen er jeweils ein Glas leerte: "Vivat, cresceat, floreat in aeternum" - das Gymnasium möge leben, wachsen und in Ewigkeit gedeihen.

Zum Ritual gehört, dass die drei Gläser auf dem Kopfsteinpflaster zerschellen. Wenn die Bekränzung vorbei ist, stürzen sich die Schüler auf die Scherben - sie sollen Glück bringen fürs nächste Schuljahr. Diesmal konnte aber jeder eine Scherbe aufsammeln, der eine wollte - die Konkurrenz fehlte. So schließt der Bericht aus dem "Casi" mit den Worten: "Im nächsten Jahr hoffentlich wieder im großen Kreis - das ist der Wunsch." red