Andreas Dorsch Das Herz des neuen Landratsamtsgebäudes in Erlangen ist der modern ausgestattete Sitzungssaal, gebaut in erster Linie für die Sitzungen des Kreistags. Weil beim Bau aber noch niemand das Coronavirus auf dem Schirm hatte, können allein schon die 60 Kreisräte die aktuell geforderten Sicherheitsabstände in dem Saal nicht mehr einhalten. Dem Kreistag bleibt nichts nichts anderes übrig, als sich für seine Sitzungen neue Locations zu suchen.

Fündig wurden Landrat Alexander Tritthart (CSU) und seine Räte zunächst einmal in Adelsdorf. Hier war Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) stolz, dem Kreistag seine Aischgrundhalle anbieten zu können. Nach der konstituierenden fanden auch noch zwei weitere Sitzungen in Adelsdorf statt.

Inzwischen musste Fischkal den Kreistag wieder ausladen, braucht die Gemeinde Adelsdorf ihre Aischgrundhalle doch für einen Kindergarten. Dessen Gebäude hatte ein Wasserschaden vorübergehend unbenutzbar gemacht.

Die nächste Sitzung des Kreistags findet jetzt zu einem völlig ungewohnten Termin in Höchstadt statt. Am Freitag, 11. September, um 18.30 Uhr werden sich die Kreisräte in der Höchstadter Aischtalhalle treffen. "Eine Sitzung, die wir nicht im Kalender hatten", sagt dazu Landrat Tritthart.

Die Sitzung sei durch den Fraktionswechsel von Kreisrat und Zweitem Höchstadter Bürgermeister Günter Schulz von der SPD zu den Freien Wählern nötig geworden. Mit dem Wechsel ändert sich das Stärkeverhältnis der im Kreistag vertretenen Parteien und Wählergruppen. Das zieht auch eine Änderung der Sitzverteilung im Kreisausschuss nach sich. Hier verliert die SPD einen Sitz und stellt nur noch einen Vertreter, die Freien Wähler bekommen dafür einen dritten Sitz. Die Grünen stellen im Kreisausschuss ebenfalls drei Mitglieder, die CSU fünf.

An der Sitzverteilung in den restlichen Ausschüssen ändert sich nichts, allerdings werden teilweise neue Personen benannt. Wie Landrat Tritthart erklärt, müssen die Umbesetzungen vom Kreistag möglichst schnell abgesegnet werden, damit die Verwaltung für die nächsten Ausschusssitzungen gültige Einladungen verschicken kann.

Nach drei Sitzungen in Adelsdorf kommt der Kreistag nun erstmals wieder in der ehemaligen Kreisstadt Höchstadt zusammen. Landrat Tritthart kann diesen Umständen auch einen positiven Aspekt abgewinnen, komme man mit dem Gremium doch auch mal näher an die Bürger in den verschiedenen Gemeinden. Kreistagssitzungen sind öffentlich, Zuhörer willkommen. Allerdings müssen auch sie sich an die Corona-Regeln vor Ort halten.

Tritthart spricht in diesem Zusammenhang von einer "interessanten Zeit", auch wenn es für ihn nicht einfach ist, immer geeignete Hallen zu finden. Der Zeitpunkt am Freitag in Höchstadt fiel deshalb auf den Abend, weil die Halle tagsüber von Schulen belegt ist. Versuche, im Osten des Landkreises oder in Baiersdorf eine Halle zu bekommen, waren bisher nicht erfolgreich. Nach der Sitzung in Höchstadt am 11. September steht die nächste am 12. Oktober auf dem Plan. Ort und Zeit sind noch offen. Tritthart: "Eventuell müssen wir wieder auf die Suche gehen."