Der Begriff Resilienz beschreibt, dass Menschen widrigen Lebensumständen, Niederlagen oder Krankheiten trotzen, sich erholen und sogar noch widerstandsfähiger werden können.
Je ausgeprägter die eigene Resilienz ist, desto besser kann man mit Stress und schwierigen Situationen umgehen. „Wer gut mit Belastungen zurechtkommt, hat meist ein großes Potenzial an inneren und äußeren Schutzfaktoren“, sagt Frank Schnabel, Gesundheitsexperte von der AOK-Direktion Coburg.
Bestimmte Eigenschaften der Persönlichkeit wie etwa Hilfsbereitschaft, Humor, Lösungsorientierung und Kommunikationsbereitschaft zeichnen resiliente Menschen ebenso aus wie ihre Einstellung und innere Haltung. So können sie akzeptieren, dass Krisen zum Leben dazugehören. Um diese zu bewältigen, helfen ihnen ihre Lebenserfahrung und die Überzeugung, auch schwierige Aufgaben meistern zu können. Äußere Schutzfaktoren können vor allem positive Rollenvorbilder sowie feste und zuverlässige Bezugspersonen sein.
Wer seine aktuelle Situation realistisch einschätzen und akzeptieren kann, ist klar im Vorteil. Hilfreich sind auch – je nach Alter und Lebenssituation – ein stimulierendes Lern- oder Arbeitsumfeld und gute Perspektiven. „Gerade in der Arbeitswelt ist es wichtig, sich nicht selbst unter Druck zu setzen, weil man alles hundertprozentig perfekt machen möchte und sich damit zusätzlich stresst“, erklärt Frank Schnabel.
Wer die aktuelle Situation realistisch einschätzen und akzeptieren kann, ist klar im Vorteil. Dabei hilft es, Herausforderungen als Chance zu sehen. „Viele Menschen sind gestresst, weil es ihnen schwerfällt, Grenzen zu setzen, öfter mal ,Nein‘ zu sagen und dann auch die Reaktion ihres Gegenübers auszuhalten“, sagt Frank Schnabel.. Wer es allen recht machen wolle, verstärke mit dieser Einstellung noch den Druck. Auch Grübeln sei kontraproduktiv und verstelle oft den klaren Blick auf die aktuelle Situation. Im Berufsalltag habe es sich bewährt, immer ein wenig innere Distanz zu wahren und nicht alles persönlich zu nehmen. „Wer sich angegriffen fühlt, kann sachlich nachfragen, wie eine Aussage gemeint war – möglicherweise gab es ein Missverständnis, das sich aufklären lässt“, rät Frank Schnabel. red