Die AOK bietet ab sofort einen neuen, rein digitalen Zugangsweg zur elektronischen Patientenakte „AOK Mein Leben“ an. Versicherte können sich jetzt auch per Personalausweis oder Reisepass und Smartphone für den Zugang identifizieren – ohne Verwendung einer PIN oder Vor-Ort-Identifikation in einer Postfiliale. Das Verfahren ergänzt die bisherigen Zugangsmöglichkeiten zur elektronischen Patientenakte (ePA) der AOK.

So funktioniert es

Um das neue Verfahren nutzen zu können, braucht man einen Personalausweis oder Reisepass mit ePass-Funktion. Alle deutschen Reisepässe und alle ab August 2021 ausgestellten Personalausweise sind mit dieser Funktion ausgestattet. Zudem ist die kostenlos downloadbare Nect Wallet-App erforderlich.

Das Verfahren wird über die AOK Ident-App gestartet, die interessierte Versicherte direkt zur Nect Wallet-App führt. Anschließend beginnt der Identifikationsprozess, in dem zunächst das Ausweisdokument fotografiert werden muss. Anschließend werden die auf dem Ausweis-Chip gespeicherten Daten ausgelesen und die Identität des Versicherten per Selfie-Video bestätigt.

„Der große Vorteil der neuen Identifikation ist, dass sie rein digital abgewickelt werden kann, aber trotzdem höchste Sicherheitsstandards erfüllt“, betont Stephan Preisz von der AOK-Direktion Coburg. „Im Unterschied zu den anderen Identifikationsverfahren braucht man weder eine PIN für die Gesundheitskarte noch für den Personalausweis. Auch der Gang in eine Postfiliale ist nicht erforderlich. Versicherte können die Identifikation somit direkt und ortsunabhängig durchführen. So können wir die Hürden für den Zugang zur ePA deutlich absenken.“

Die ePA kommt an

Die elektronische Patientenakte ist seit Anfang 2025 für alle AOK-Versicherten und für die Versicherten anderer gesetzlicher Krankenkassen angelegt worden, sofern sie keinen Widerspruch dagegen eingelegt haben. Seit 1. Oktober 2025 sind die Arztpraxen zur Befüllung der ePA verpflichtet, auch Kliniken speisen zunehmend Dokumente und Befunde in die Akte ein. Im Schnitt werden laut gematik wöchentlich mehr als 22 Millionen Abrufe von Medikationslisten verzeichnet. Insgesamt haben Behandelnde mittlerweile mehr als 120 Millionen Dokumente wie Befunde, Laborberichte oder Arztbriefe in die ePAs der Versicherten eingestellt.

„Auch Versicherte, die sich nicht selbst in ihre Akte einloggen, können von der ePA profitieren“, so Stephan Preisz. Denn hier werden auch ohne aktive Nutzung der Versicherten medizinische Dokumente und Informationen gebündelt, die für die Behandlung benötigt werden. Sofern die Versicherten der Nutzung nicht widersprechen, können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte auf diese Informationen zugreifen. „Auf diese Weise trägt die ePA zur besseren Vernetzung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte bei“, ergänzt Stephan Preisz.red