Rund eine Million Euro investiert der Zweckverband Abwasserbeseitigung Mittlerer Itzgrund derzeit in die Sanierung des Belebungsbeckens der Kläranlage Meschenbach – der zentralen Einheit des biologischen Reinigungsprozesses. Dass die Arbeiten nach nur rund drei Wochen bereits kurz vor dem Abschluss stehen, wertete Verbandsvorsitzender Bastian Büttner (Bürgermeister der Gemeinde Niederfüllbach, CSU) als großen Erfolg. Dabei wurden die Kosten geringer als erwartet. Bei den Untersuchungen habe sich gezeigt, dass das Betonbecken selbst weiterhin in einem guten Zustand sei und nicht erneuert werden müsse, sagte Büttner.
Im Zuge der Sanierung wurden die Belüftungsplatten vollständig erneuert, neue Leitungen verlegt und Kompressoren installiert. Als letzter Schritt steht nun noch die Installation der digitalen Steuerung an. Anschließend kann das Belebungsbecken wieder in Betrieb genommen werden.
Klärwerksmeister Heiko Sonntag erläuterte den Mitgliedern der Verbandsversammlung, dass die Sanierungsarbeiten in Rekordzeit abgewickelt wurden. Während der Bauphase wurden die anfallenden Abwässer in ein stillgelegtes Becken umgepumpt, so dass der Betrieb der Kläranlage ohne Einschränkungen gewährleistet war.
Bastian Büttner hob hervor, dass die schnelle Umsetzung nicht nur der Leistungsfähigkeit der beteiligten Fachfirmen zu verdanken sei. Einen wesentlichen Anteil hätten auch die Bauhöfe der Mitgliedsgemeinden Ahorn, Ebersdorf bei Coburg, Grub am Forst, Niederfüllbach und Untersiemau gehabt, die eng zusammenarbeiteten und zahlreiche Arbeiten in Eigenleistung ausführten. Besonderes Lob sprach der Verbandsvorsitzende Klärwerksmeister Heiko Sonntag aus, der die komplette Planung der Maßnahme übernommen hatte. Gerade durch dessen Engagement sowie das Zusammenspiel der kommunalen Bauhöfe habe der Zweckverband die Maßnahme besonders wirtschaftlich umsetzen können.
Auch aus der Verbandsversammlung gab es positive Rückmeldungen. Untersiemaus Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) betonte, dass ihm während der Bauarbeiten keinerlei Beschwerden über zusätzliche Geruchsbelästigungen zu Ohren gekommen seien.
Tag der offenen Tür
Damit Bürgerinnen und Bürger einen Eindruck davon erhalten, welch ein Aufwand notwendig ist, um aus verschmutztem Abwasser sauberes Wasser zu machen, das wieder in ein Gewässer eingeleitet werden kann, veranstaltet der Zweckverband am 12. September einen Tag der offenen Tür auf der Kläranlage in Meschenbach. Auch hierbei werden die Bauhöfe der Mitgliedsgemeinden wieder maßgeblich bei der organisatorischen und praktischen Umsetzung mitwirken.
Breiten Raum nahm außerdem die Beratung über die zukünftige Notstromversorgung der Kläranlage ein. Hintergrund ist die grundsätzliche Möglichkeit, dafür Fördermittel zu beantragen. Im Gremium bestand Einigkeit darüber, dass die Kläranlage grundsätzlich für Stromausfälle gerüstet sein müsse. Über die konkrete Ausgestaltung herrschte erheblicher Diskussionsbedarf. Neben einem klassischen Notstromaggregat wurden auch Pufferspeicher oder der Einsatz eines Blockheizkraftwerks als mögliche Alternativen ins Gespräch gebracht. „Wenn wir drei Tage Stromausfall haben, dann diskutieren wir über andere Probleme als über ungeklärte Abwässer“, brachte ein Mitglied der Verbandsversammlung die Verhältnismäßigkeit auf den Punkt.
Am Ende verständigte sich das Gremium darauf, zunächst Fachleute einzubinden. Sie sollen ein anlagenspezifisches Konzept erarbeiten und klären, welche Form der Notstromversorgung für die Kläranlage Meschenbach technisch und wirtschaftlich am sinnvollsten ist.