Es war schon ein beeindruckendes Bild, als sich die 180 Jugendlichen aus jedem Winkel des Landkreises zusammen mit ihren Betreuern auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus in Neustadt versammelten. Sie traten beim Wettbewerb Jugendleistungsmarsch an. In einer Art Orientierungslauf werden dabei praxisnahe feuerwehrtechnische und sportliche Aufgaben an verschiedenen Stationen verlangt.
Auch Landrat Sebastian Straubel, dem Oberbürgermeister der Stadt Neustadt, Dominik W. Heike und dem Landtagsabgeordneten Martin Mittag gefiel dieser Anblick, und das betonten sie auch in ihren Grußworten. Die Jugendlichen sicherten den Schutz der Bevölkerung in der Zukunft, war da zu hören. Kreisbrandrat Stefan Püls war voller Freunde, so viele engagierte Jugendliche zu sehen und sagte, von einer „Null-Bock“-Generation sei bei der Jugendfeuerwehr nichts zu spüren.
Große Anspannung
Vor dem Start stand den Jugendlichen die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Es waren zahlreiche, nicht gerade leichte Aufgaben aus dem Feuerwehralltag zu bewältigen. Kim Kiresch aus Fürth am Berg, die beim Schnuppern vom „Feuerwehrvirus“ angesteckt worden war, bewies, dass sie mithalten kann. Die Zwölfjährige sagte, sie wolle weiterhin bei der Feuerwehr bleiben und sich zur Feuerwehrfrau ausbilden lassen. „Die Aufgaben waren nicht allzu schwer“, sagte sie hinterher, „dafür haben wir auch sehr intensiv geübt.“ An der Feuerwehr gefällt ihr besonders neben der Kameradschaft die Vielseitigkeit der Aufgaben und „dass man Menschen helfen kann“.
Geschick war gefragt
Bei den Aufgaben kam es vor allem auf eine gute Zusammenarbeit im Team, aber auch auf Geschick an. Aufgeteilt nach Altersklassen begaben sich die 100 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren zusammen mit ihren Betreuern aus 25 Feuerwehren auf die 3,2 Kilometer lange Strecke durch die Puppenstadt bis zum Markt- und Schützenplatz. Neun Aufgaben waren unter den kritischen Augen der Schiedsrichter im B-Teil zu absolvieren: Testfragen beantworten, Feuerwehrknoten binden, einen Löschangriff richtig aufbauen und Saugschlauchkuppeln. Dabei wurde Zeit genommen. Weiterhin musste ein C-Schlauch zielgenau ausgerollt und ein Brustbund angelegt werden. Schnelligkeit und Geschick waren außerdem beim Kuppeln einer 60 Meter langen Schlauchleitung gefragt. Natürlich gaben die Schiedsrichter so manchen wertvollen Tipp an die Jugendlichen, nachdem die Übungen absolviert waren.
Aus 41 Feuerwehren kamen die 80 Teilnehmer im Alter von zehn bis 14 Jahren. Sie mussten verschiedene Aufgaben im A-Teil absolvieren. Dafür waren sechs Stationen im gesamten Freizeitpark „Villeneuve-sur-Lot“ aufgebaut. Dort muste zum Beispiel ein Mastwurf fachgerecht angelegt werden und eine C- Leitung sollte gekuppelt werden. Beim Zielspritzen mit der Kübelsprite mussten drei Tennisbälle so getroffen werden, dass sie von Pylonen fallen.
Im B-Teil stand auf dem Siegertreppchen ganz oben die der Jugendfeuerwehr aus Niederfüllbach-Rossach. Sie wird im kommenden Jahr den Jugendleistungsmarsch ausrichten. Dahinter ist die Jugendfeuerwehr aus Heilgersdorf- Dietersdorf zu finden. Auch die Jugendfeuerwehr aus Lautertal konnte sich einen Platz auf dem Treppchen sichern.
Im A-Teil kam die Jugendfeuerwehr Dietersdorf III auf den 1. Platz. Dahinter liegen die Jugendfeuerwehren aus Weidhausen und aus Neundorf.
Gelegenheit für Ehrungen
Kreisbrandrat Stefan Püls zeichnete Oliver Rupp von Feuerwehr Froschgrund mit dem Ehrenkreuz in Silber des Landesfeuerwehrverbandes aus. Rupp ist seit 30 Jahren als Schiedsrichter tätig und hat viele Jahre lang als Jugendwart seine Erfahrung an Jugendliche weitergegeben.
Es gab noch mehr Ehrungen. Die Vorsitzende des Kreisjugendfeuerwehrverbandes, Nicole Boßecker, zeichnete mit der Ehrennadel in Bronze die Jugendlichen Jannik Heinold (Rossach) und Sophia Kötke (Bad Rodach) aus.