Kevin Krawietz und Tim Pütz (Position 12 und 13 der Doppel-Weltrangliste) haben in Wimbledon das nächste Drei-Satz-Match überstanden. Der Coburger und sein Frankfurter Doppelpartner setzten sich in der zweiten Runde des Rasenturniers mit 5:7, 7:6 (7:5), 6:3 gegen die Argentinier und Einzel-Spezialisten Roman Andres Burrachaga und Thiago Agustin Tirante durch.

Der Einzug in die nächste Runde beschert den Deutschen ein gemeinsames Preisgeld in Höhe von rund 55.600 Euro.

Im Achtelfinale werden Krawietz und Pütz auf Francisco Cabral (Portugal) und Lucas Miedler (Österreich) treffen.

Netzroller ins Glück

Tirante – in der Einzel-Weltrangliste auf Position 55 gelegen – präsentierte sich zum Auftakt in starker Aufschlagform und brachte die südamerikanische Paarung ohne Punktverlust in Führung. Anschließend war erst Pütz nachgezogen, ehe Burrachaga bei eigenem Service ebenso souverän aufwartete. Der Coburger ließ die Argentinier in der Folge auf 30:30 herankommen, verbuchte dank zwei starker Aufschläge allerdings das Spiel.

Beim Stand von 3:2 für die Argentinier war der Frankfurter erstmals unter Druck. Pütz musste einen Breakball abwehren, war mit dem zweiten Aufschlag aber zur Stelle. Dank drei gewonnener Ballwechsel in Folge egalisierten die Deutschen den Spielstand.

Im nächsten Service Game geriet Burrachaga (Position 65 der Einzel-Weltrangliste) zügig ins Hintertreffen. Der Argentinier bescherte der fränkisch-hessischen Kombination zwei Breakbälle – doch Tirante wehrte die deutschen Angriffsschläge zunächst am Netz ab und Burrachaga lieferte von der Grundlinie. Per Lob verbuchte er schließlich die 4:3-Führung.

In der Folge stabilisierten sich die Aufschlagspiele der beiden Paarungen – bis zum Stand von 6:5 für die Argentinier. Der Franke agierte bei eigenem Service wenig souverän, schlug ohne Not einen Überkopfball ins Aus und schenkte der südamerikanischen Kombi damit den ersten Satzball.

Ebendiesen wehrten die Deutschen zwar noch ab, den zweiten veredelten die Argentinier – wenngleich glücklich. Burrachagas Vorhandschlag blieb am Netz hängen, Krawietz und Pütz schauten der gelben Filzkugel, die ihre Flugkurve entscheidend verändert hatte, nur noch hinterher. Nachdem er sich entschuldigt hatte, nahm Burrachaga mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen auf der Bank Platz.

Gegner zunächst in Führung

Der Beginn des zweiten Satzes ähnelte dem des ersten. Tirante ging in Führung, Pütz zog nach – und dann drehten die Deutschen auf. Gegen Burrachaga erspielten sie sich ein 40:0 und verwandelten kurz darauf den zweiten Breakball unter Mithilfe des Aufschlägers. Der Argentinier hatte einen Vorhandschlag hinter die Grundlinie manövriert. Im darauffolgenden umkämpften Aufschlagspiel des Coburgers meldete sich jedoch prompt die argentinische Paarung zurück und holte sich das Re-Break zum 2:2.

Beim Stand von 4:3 für die Argentinier geriet Krawietz erneut unter Druck. Der Coburger ließ eine Breakchance zu, drehte das Spiel jedoch noch über den Einstand. Drei Aufschlagspiele später musste Krawietz gegen die aufdrehenden Argentinier den Matchverlust abwehren. Tirante und Burrachaga gingen mit 30:0 in Führung, doch die Deutschen kämpften sich zurück ins Spiel. Per Ass egalisierte Krawietz zum 6:6.

Im Tiebreak gelang den Deutschen das erste Mini-Break zum 3:1. Krawietz erhöhte mit eigenem Service zunächst auf 4:2, Pütz verschlug in der Folge einen Volley am Netz und ließ die Argentinier noch einmal herankommen.

Nach einem missratenen Vorhandschlag von Tirante waren die Deutschen jedoch wieder auf Kurs. Beim Stand von 6:5 schlug Burrachaga die gelbe Filzkugel beherzt ins Netz, „Krapütz“ glichen zum 1:1 in Sätzen aus.

Frühes Break und Sieg

Der dritte Durchgang startete ausgeglichen. Die Deutschen und die Argentinier agierten bei eigenem Aufschlag abgeklärt. Beim Stand von 2:1 erkämpften sich „Krapütz“ die erste Breakchance – und nutzten sie. Pütz stand am Netz bereit und volierte den Ball unretournierbar ins gegnerische Feld. Der Hesse erhöhte daraufhin kurzerhand auf 4:1.

Den Break-Vorsprung verteidigten die Deutschen bis zum Matchball. Die deutsche Davis-Cup-Paarung hatte zunächst auf 5:2 erhöht, ehe Tirante und Burrachaga ein letztes Mal verkürzten. Pütz machte mit eigenem Aufschlag schließlich kurzen Prozess – und den Einzug ins Achtelfinale klar. Von den drei Matchbällen nutzten die Deutschen gleich den ersten und profitierten dabei von einem Vorhandfehler von Tirante.