Im Rahmen der Reihe „Coburger Gespräche. Kulturelle Werte im Wandel der Zeiten“ findet am Mittwoch, 15. Juli, 18 Uhr, der Vortrag „Die Last der Wahrheitsfindung im modernen Strafrecht“ im Andromedasaal des Schlosses Ehrenburg statt. Es referiert Gerhard Amend, ehemaliger Richter am Landgericht Coburg .

Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Historischen Gesellschaft Coburg und der Landesbibliothek Coburg durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der vierte und letzte Vortrag des aktuellen Schwerpunktthemas „Die Gesichter der Wahrheit“ geht der Frage nach, in welcher Weise die richterliche Wahrheitsfindung Gegenstand des modernen Strafverfahrens ist. Während sie in früheren Zeiten durch formalisierte Beweisregeln, Geständnisse und eine begrenzte Zahl von zulässigen Beweismitteln geprägt war, erhalten im modernen Strafrecht Beweis und Erkenntnis ein viel stärkeres Gewicht. Das bedeutet aber auch, dass die Wahrheit im Strafprozesse keine absolute Größe ist, sondern dass sie rechtlich gebunden ist. Sie kann nur mit zulässigen Mitteln gesucht und festgestellt werden.

Gerhard Amend studierte Jura in Erlangen. Anschließend war er von 1985 bis 1988 als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe tätig. Von 1996 bis 1998 war er Oberstaatsanwalt beim Generalstaatsanwalt in Bamberg und schließlich von 1998 bis 2015 Vorsitzender Richter der Großen Strafkammer und Jugendkammer des Landgerichts Coburg . In dieser Zeit leitete er viele, teils spektakuläre Strafverfahren.  red