Als die Gemeinde Ahorn sich vor Jahren die Generalsanierung der Grundschule auf die Tagesordnung setzte, war klar: Das ist eine Mammutaufgabe, die nur in Etappen über Jahre zu schaffen ist. „Die 10-Millionen-Euro-Grenze werden wir bei der Investitionssumme sicher noch schaffen“, sagte Bauamtsleiter Marten Büttner bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vor Ort in der Johann-Gemmer-Grundschule.

Büttner und Bürgermeister Martin Finzel informierten über die laufenden und geplanten Baumaßnahmen. Rund 1,5 Millionen Euro fließen in diesem Haushaltsjahr in die Generalsanierung . Toiletten und Sanitäranlagen gehören dazu, aber auch die Infrastruktur für die Barrierefreiheit. Die zweite Aufzugsanlage sollte eigentlich in den Sommerferien montiert werden, aber die Aufzugsfirma habe immer wieder mit planerischen Veränderungen aufgewartet, sagte Büttner, und viel Kleinarbeit sei dazugekommen.

Ziel der Gemeinde Ahorn ist jetzt, diese zweite Aufzugsanlage im Innenhof möglichst vor dem Winter fertig zu haben. Drei Toilettentraktanlagen sind schon fertig. Nachdem im Haupthaus die Sanitäranlagen bereits im vergangenen Jahr erneuert worden waren, kann sich seit ein paar Monaten auch die Mittagsbetreuung über einen neuen Sanitärbereich freuen. Von Wasser- und Abwasserleitungen über Heizung bis hin zu den Fensterelementen und einer barrierefreien Dusche für die Inklusionskinder ist jetzt alles neu und modern hergerichtet. Umso ärgerlicher war es, als im März hier einiges mutwillig zerstört worden war.

Mahnende Worte

Finzel berichtete, es habe eine Schulversammlung mit der Schulleitung , allen Schülern und Vertretern der Gemeindeverwaltung gegeben. Eindringlich habe er den Schülern deutlich gemacht, dass man nicht achtlos mit den geschaffenen Werten umgehen könne.

Und er habe eine Belohnung in Aussicht gestellt: Wenn sich bis zu den Sommerferien alle ordentlich benähmen, komme der Eiswagen. Der Bürgermeister nennt es positive Verstärkung und Gruppenverantwortung. Seine Ansage hat offenbar gefruchtet: Am kommenden Montag kommt der Eiswagen in die Grundschule …

Zwischen all den Umbauten, Montagen und Modernisierungen, erklärt Büttner, habe man auch noch Malerarbeiten in verschiedenen Räumlichkeiten durchführen lassen. Im Innenhof steht derzeit ein Kran. Der Zwischentrakt ist abgerissen worden. Rückbau, Abbruch und energetische Sanierung sind ein weiterer Abschnitt der Generalsanierung . Mit der Energetik stehe man noch am Anfang. „Es gibt noch viel zu tun: Klassenzimmer, Infrastruktur für den Unterricht, Elektroarbeiten sowie die energetische Sanierung der Fassaden und Dächer sowie der gesamten Heizungsanlage , die derzeit noch auf Öl basiert“, sagte Büttner. Der Innenhof neben der Aula könnte in der Zukunft Erweiterungsmöglichkeiten beispielsweise für Fachräume bieten.

Alles je nach Finanzkraft

Der Bürgermeister erklärte, alles würde je nach finanzieller Leistungsfähigkeit der Kommune umgesetzt werden. Man habe im vergangenen Jahr schon fast das Tafelsilber verkaufen müssen. Nichtsdestotrotz sei die Generalsanierung der Grundschule eine wichtige Investition in die Bildung der Kinder und damit in die Zukunft. „Die Grundschule“, prognostizierte Finzel gegenüber den Gemeinderäten , „wird ein Thema sein, das den Gemeinderat über die gesamte Legislaturperiode beschäftigen wird.“ Mit neuen Förderanträgen, die auch die gestiegenen Baupreise berücksichtigen, soll die Generalsanierung in eine nächste Etappe geführt werden.

Kein Besuch in der Grundschule, ohne auch gleich nebenan das Lehrschwimmbecken zu besuchen. Es gesellten sich dazu die Geschäftsführer der Bad Rodacher Bäder GmbH, Stine Michel und Lutz Lange. Seit 2021 ist die Bäder GmbH Betreiber des Lehrschwimmbeckens in Ahorn. Auch das, so Finzel, sei eine Investition in die Zukunft, weil Schwimmen zu den elementaren Fähigkeiten von Kindern gehören sollte.

Zahlreiche Schulen des Landkreises nutzen das Bad, aber auch Kindergärten, Volkshochschule, Vereine und natürlich die Bürger, für die das Schwimmbad zu bestimmten Zeiten öffentlich zugänglich ist. Insgesamt 28.000 Besucher wurden im vergangenen Jahr gezählt, davon 20.000 Schüler, die hier schwimmen lernen. Besonders für die Ahorner Grundschüler , so Stine Michel, sei das hier ein Luxus, quasi in Badeschlappen ein paar Meter weiter ins Schwimmbad zu kommen. Dieses Lehrschwimmbecken zu betreiben, zu erhalten und zu bewirtschaften, meinte Lutz Lange, sei schlichtweg Lebensqualität und Daseinsfürsorge.

Rund 20.000 Schüler haben im Lehrschwimmbecken – eine weitere Investition der Gemeinde Ahorn – im vergangenen Jahr schwimmen gelernt. Gabi Bertram