Mit einem Rekordumsatz in Höhe von 465 Millionen Euro haben die Milchwerke Oberfranken West das Jahr 2025 abgeschlossen. Erneut konnte mit 12,6 Millionen Euro auch kräftig investiert werden.
Aber alles in Butter ist beileibe nicht, wie Ludwig Weiß, Geschäftsführender Direktor, bei der Generalversammlung in Meeder informierte. Nach drei guten Milchpreisjahren mit über 50 Cent/kg, bei Bio sogar über 60 Cent, ist spätestens seit Herbst 2025 der Milchpreis im Sturzflug. Unter die 40 Cent-Marke hatte man nicht gehen wollen, aber die Realität hat auch die Oberfränkische Molkerei eingeholt. Der Grund: „Es ist zu viel Rohstoff auf dem Markt - weltweit, und die Milchmenge wird weiter steigen.“
Eine Flut von Milch
Allein in den ersten Monaten 2026 sei bundesweit die Milchanlieferung um 7,2, bei den Milchwerken Oberfranken West um 9,17 Prozent gestiegen. Die Verarbeitungs- und Veredlungskapazitäten, so Weiß, seien zwar da, aber es müssten 500 Tonnen Käse monatlich mehr auf einem ohnehin übervollen Markt abgesetzt werden.
Mitte 2025 hatte sich bereits ein rasanter Anstieg der Milchmengen abgezeichnet. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen erwartet einen Anstieg um 1,4 Prozent auf 992 Millionen Tonnen, geschuldet vor allem dem Anstieg aus Asien.
Man hatte schon einen Milchpreis von 60 Cent anvisiert, meinte Weiß, aber dann kam alles anders. Er sprach von einer dramatischen Marktlage. Zuerst habe man den Preiskampf um den Butterpreis führen, dann mit steigenden Milchmengen klarkommen müssen. Bei den Milchwerken Oberfranken West steigerte sich die Milchanlieferung im gentechnikfreien Bereich um 5,1 Prozent auf 473 Millionen Kilogramm, im Biobereich von 0,9 Prozent auf 83 Millionen kg. Die gesamte Milchverarbeitung beläuft sich auf 559 Millionen Kilogramm.
Der 2025 um 1800 Tonnen und damit auf gut 63.270 Tonnen angestiegene Käseabsatz trug maßgeblich zur Stabilisierung des Ergebnisses bei. Der Umsatz konnte um 8,2 Prozent auf 464,9 Millionen Euro gesteigert werden. Erneut konnte kräftig investiert werden. Rund 12,6 Millionen Euro flossen unter anderem in den Anbau einer Weichkäserei am Standort Meeder-Wiesenfeld.
„Wir hatten bei 19,2 Millionen Euro in 2024 und 12,6 Millionen in 2025 zwei starke Investitionsjahre“, so Weiß. Der Exportanteil ist bei um die 20 Prozent nahezu gleich geblieben. Insgesamt wurde ein Jahresüberschuss von 116.473 Euro erwirtschaftet, 24.000 davon gehen in die Rücklage. Im Vergleich zu 2024: Da lag der Jahresüberschuss bei rund 3,3 Millionen Euro. „Heuer“, erklärt Weiß, „haben wir die Mittel in Investitionen gesteckt.“
Der Milchpreis lag im Durchschnitt im OGT-Bereich (ohne Gentechnik) bei 53,17 Cent/kg (in 2024 waren das 50,34), im Bio-Segment bei 67,29 Ct/kg (2024 – 60,50). Mit diesen Milchpreisen, betonte der Direktor, habe man erneut über dem durchschnittlichen deutschen Auszahlungspreis gelegen.
Drei gute Jahre
„Wir hatten drei wirklich gute Milchpreisjahre, das wird sich jetzt leider ändern“, erklärte Weiß. Seit 35 Jahren sei er bei den Milchwerken Oberfranken West, sagt Vorstandsvorsitzender Harald Reblitz, aber eine solche Entwicklung vor allem beim Milchpreis, wie sie gerade abläuft, habe er noch nicht erlebt.
Wahlergebnis
Vorstand: Harald Reblitz (Vorsitzender), Markus Leyh (neu), Silvio Reimann, Christoph Weichlein, Raimund Wolf; Aufsichtsrat: Thomas Schneider (Vorsitzender), Thomas Ehrsam, Manuel Faßold, Patrick Ganzleben, Joseph Henkel, Carolin Lang, Lukas Rauscher, Peter Schmidt, Roland Schmidt, Jörg Vogel, Daniel Angermüller (neu), Kai Zerrenner.