Anlässlich der 46. Begegnung zwischen den beiden Unesco-Projektschulen aus Bursa und Kulmbach hielt sich auch eine Delegation des Unesco-Clubs Kulmbach-Plassenburg mit Vorsitzendem Hartmut Schuberth an der Spitze eine Woche lang in Kulmbachs Partnerstadt Bursa auf. Während die acht Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums ein einwöchiges Praktikum in türkischen Betrieben absolvierten, bot der Unesco-Club Bursa seinen deutschen Freunden ein umfangreiches Rahmenprogramm anlässlich seines 20-jährigen Bestehens.
Ein Programmpunkt war der Empfang im historischen Rathaus von Bursa durch Ahmet Yildiz, einen der Stellvertreter des neuen Oberbürgermeisters Alinur Aktas. Aktas war im Herbst nach dem von Präsident Erdogan gewünschten Rücktritt des bisherigen OB Altepe gewählt worden. Mit diesem personellen Wechsel vollzog sich offensichtlich auch eine veränderte Haltung der Stadtspitze zu den vorher auf Eis gelegten Partnerschaften der Stadt Bursa.
Der neue OB schrieb unter anderem einen Brief an seinen Amtskollegen in Darmstadt, in dem er ihm versichert, sein Augenmerk sei "auf die Wiederbelebung unserer Städtegemeinschaft gerichtet". Diese neue Haltung interessierte natürlich auch die Gäste aus Kulmbach bei ihrem Besuch im Rathaus. Nachdem Schulleiter Alexander Battistella Grüße von OB Henry Schramm ausgerichtet hatte, fragten die Kulmbacher nach den Chancen für eine Wiederaufnahme der Beziehungen auch zu Kulmbach. Nach Aussage des Stellvertreters von OB Akin ist auch dies ins Auge gefasst und Ankara vorgelegt worden. Entscheiden werde der Stadtrat von Bursa in einer seiner nächsten Sitzungen. Es bleibt zu hoffen, dass auch die Beziehungen zu Kulmbach von diesem frischen Wind im Rathaus von Bursa profitieren werden.
Zum Unesco-Profil passten die beiden Besuche bei religiösen Minderheiten in Bursa, die auf Vermittlung von Metin Bozkurt vom Kulmbacher Unesco-Club zustande kamen. Ein Besuch galt der französischen Kirche in der Altstadt, die vor zwei Jahren angeblich vor der Schließung stand. Diese Meldung basierte schon beim damaligen Besuch von Hartmut Schuberth auf einem Missverständnis: Die Kirchengemeinde hatte lediglich versäumt, den Pachtvertrag mit der religiösen Stiftung, die ebenfalls unter Aufsicht des Staates steht, zu erneuern. Nachdem dies erfolgte, ist die Nutzung der Kirche gesichert. Der evangelische Geistliche Ismail Kulakcoglu ist daran interessiert, zu einer Gemeinde in Kulmbach Kontakt aufzunehmen und eventuell einen Austausch oder eine gemeinsame Aktion zu organisieren. Hartmut Schuberth