Schön ist sie geworden - hell, freundlich, geräumig, übersichtlich strukturiert, mit breiten Gängen: Die vorher über zwölf Jahre lang in der Johann-Nikolaus-Zitter-Straße 19 in Kronach beheimatete BRK-Kleiderkammer hat bereits Ende Januar dieses Jahres ihre neuen Räumlichkeiten in der Siedlung bezogen. Hier, in der Wachtersflurstraße 12, finden Personen mit geringem Einkommen insbesondere gut erhaltene Second-hand-Kleidung - kostenlos und ohne Vorlage eines Berechtigungsscheins. Geöffnet hat die Kleiderkammer immer montags und donnerstags in der Zeit von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr.

Im Sechser-Team

Hosen, Hemden, Blusen, Röcke und Co. hängen sortiert und ordentlich an den Kleiderstangen; die Regale sind sorgsam eingeräumt. Rund 30 bis 35 Personen nutzen jeweils pro Schicht das Angebot, wovon jeder im Durchschnitt zehn oder auch mehr Teile mitnimmt. "Da kann man sich vorstellen, wie der Laden dann nach zwei Stunden aussieht", schmunzeln die netten Damen des Kleiderkammer-Teams. Insgesamt rund ein Dutzend Helferinnen - ein Herr ist auch dabei - leisten hier an zwei Wochentagen, jeweils in Sechser-Teams, ehrenamtliche Hilfe.

Die Arbeit macht Spaß; die Stimmung im Team ist gut; helfen zu können, bereitet Freude. "Aber wir werden halt auch nicht jünger. Deshalb benötigen wir dringend neue Helferinnen und Helfer", so der einhellige Tenor. Mit der Abgabe der Waren während der Öffnungszeit ist es dabei bei Weitem nicht getan. Mit den Vorbereitungen über das Sortieren der Kleiderspenden, Einräumen nach Größen und Anordnen der Kleidungsstücke bis hin zum Saubermachen und Aufräumen nach "Ladenschluss" sind die tüchtigen Damen rund drei bis vier Stunden gut beschäftigt.

Das bestätigt auch BRK-Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt. Wie dieser ausführt, ist die Kundenanzahl der Kleiderkammer in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Die wirtschaftliche Entwicklung zwinge immer mehr Menschen, die Hilfe dieser Einrichtung in Anspruch zu nehmen. "Es gibt immer mehr Menschen, die sich den Kleidungseinkauf in Geschäften nicht leisten können: Obdachlose, alte Menschen, die nur Grundsicherung bekommen, kinderreiche Familien und viele mehr", weiß Schmidt.

Das BRK sehen seine Aufgabe darin, Menschen mit einem geringen Einkommen mit gut erhaltener sauberer Kleidung zu versorgen. Wer hierher komme, solle sich wohlfühlen und die Kleidung in angenehmer Atmosphäre auswählen. Einen Berechtigungsschein brauche es hierfür nicht. Gedacht ist das Angebot vielmehr für alle Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen. Ihnen will man damit helfen, besser über die Runden zu kommen.

Vorteilhafter Standort

Der neue Standort sei durchwegs mit Vorteilen verbunden - für die Nutzer wie auch Mitarbeiter. Die Laden- und Lagerfläche sind wesentlich größer als zuvor. Zudem gibt es jetzt Parkplätze in unmittelbarer Nähe. Auch die Verkehrssituation ist deutlich entspannter als in der Innenstadt, wo man beim Verlassen der Kleiderkammer fast schon mit einem Bein auf der vielbefahrenen Straße gestanden habe. Damit konnte auch eine Gefahrensituation insbesondere für Kinder entschärft werden.

Angeboten werden in der Kleiderkammer alle Größen vom Babyalter bis hin zu ganz großen Erwachsenen-Größen, wobei vor allem hier ein stetig steigender Bedarf zu verzeichnen ist. Weiter finden sich in der Kleiderkammer aber auch Haushaltswäsche und Textilien - wie Bettwäsche, Geschirrtücher oder Decken - sowie Spielwaren.

An die Kleiderständer und in die Regale schaffen es aber längst nicht alle Sachen, die in der Kleiderabgabe in der Lönsstraße 10 abgegeben werden. Der Kleiderkammer zugeführt wird nur das, was man noch tragen beziehungsweise benutzen kann - gut erhalten und sauber!

Normalerweise bleibt die Kleiderkammer während der Ferien geschlossen. Da man aber nunmehr rund drei Monate lang aufgrund der Corona-Pandemie nicht öffnen durfte, wird man dieses Mal auch in den Sommerferien offen haben.

Kontakt

Interessenten, die die Kleiderkammer ehrenamtlich unterstützen möchten, melden sich bei Ralf Schmidt unter 09261/6072-161.