Lisa Kieslinger

Es ist Montagabend, es hat 36 Grad und ich stehe beim Training in Bamberg. Es bringt ja nichts, der Halbmarathon rückt immer näher und ich muss trainieren. Auf angenehme Temperaturen kann ich in diesen Wochen nicht warten. Auf dem Programm stehen 110 Minuten Laufen. Im schattigen Wald geht es los, natürlich gleich mit einem Berg. Oben angekommen sind meine Beine mächtig schwer, teilweise habe ich das Gefühl, keine Luft zu bekommen bei der schwülen Hitze. Obwohl es nach dem ersten Anstieg nur noch bergab geht, fällt mir das Laufen richtig schwer. Die erste Runde mit circa sechs Kilometern habe ich mit Ach und Krach geschafft und der Parkplatz, wo ich mein Auto abgestellt habe, ist in Sichtweite.
"Ich breche jetzt einfach ab und fahre nach Hause", diese Gedanken kamen immer wieder hoch. Doch meine Trainerin Andrea motivierte und pushte mich so, dass ich meine negativen Gedanken aus meinem Kopf verbannen konnte. Zwar war es nicht einfach, doch mit positiven Gedanken und dem Glauben an mich selbst, dass ich die zweite Runde auch noch schaffen kann, kam ich nach 110 Minuten und über 13 Kilometern überglücklich an meinem Auto an. Die Macht der Gedanken -Wahnsinn, was damit alles geht.