Die Pfarrkirche St. Laurentius, das - mittlerweile als privates Wohnhaus genutzte - ehemals königlich-bayerische Forsthaus sowie das nach Umbau zum Schmuckstück gewordene Musikheim: Diese drei markanten Gebäude zieren das Cover des Bildbands "Neufang in Bildern" von Friedrich Bürger. 2017 begonnen hat der Hobbyhistoriker mittlerweile fotografische "Momentaufnahmen" von weit mehr als 90 Ortschaften aus den Landkreisen Kronach, Lichtenfels, Coburg und Sonneberg geschaffen; so nunmehr auch des schmucken Bergdorfs. Im Rahmen eines kleinen offiziellen Akts übergab der Verfasser jetzt Steinwiesens Bürgermeister Gerhard Wunder ein Exemplar als Geschenk an den Markt.

Momentaufnahmen

"Meine Bücher sind Momentaufnahmen mit einfachen Bildern und einfachen Texten - ohne Anspruch auf Vollständigkeit", betont der ehemalige Rektor. Für seine Bildbände unternimmt der Mitwitzer seit drei Jahren Spaziergänge. In Neufang entstanden so rund 80 Bilder am 22. Juni. Hinzu kamen Aufnahmen aus dem Ortsleben, die ihm von Einwohnern zur Verfügung gestellt wurden - wie ein eigens vom Dorfgemeinschafts-Sprecher Eugen Bätz für das Buch initiiertes Bild aller Vereinsvorstände, zwei faszinierende Luftbilder von Dominik Bätz, Bilder vom Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck 2016 oder auch der letztjährigen Kerwa mit Plantanz.

Alle Bücher verfügen auch über eine - aus seinen Recherchen beziehungsweise aus Ausführungen von Einwohnern zusammengestellte - Mini-Chronik mit wesentlichen Fakten über den Ort. In Neufang übernahm dies dankenswerter Weise Eugen Bätz.

"Mit meiner Dokumentation möchte ich kurz und prägnant aufzeigen, wie schön unsere Heimat ist", verdeutlich der Hobbyhistoriker, dem die Darstellung von Geschichte und Brauchtum und deren Bewahrung für die Nachwelt eine Herzensangelegenheit ist. 35 Jahre lang war er Lehrer in Mitwitz, zuletzt als Grundschulleiter. Nunmehr - als Privatier - hat Bürger, der sich seit über 30 Jahren mit der Geschichte von Mitwitz beschäftigt, viel Zeit für Hobbys.

So brachte er in den letzten Jahren mehrere Heftchen, Bücher oder auch eine 750-seitige Chronik über die Geschichte von Mitwitz heraus. Seine Werke rund um Mitwitz sind quasi ein weiteres Geschenk an die Heimat.

Optisch und inhaltlich gelungen

Bei der offiziellen Übergabe zeigten sich Bürgermeister Gerhard Wunder, Eugen Bätz und dessen Stellvertreter Thomas Föhrweiser angetan vom - optisch wie inhaltlich sehr gelungenen - Werk. Dieses spiegle das Erscheinungsbild als auch das Ortsleben und Dorfgeschehen treffend wider.

Besonders gefielen ihnen die lebendige Darstellung sowie die harmonische Verknüpfung von Brauchtum und Tradition sowie Moderne und Fortschritt. So finden sich darin beispielsweise Aufnahmen nunmehr sanierter denkmalgeschützter Gebäude sowie ganz moderner Wohnformen als auch regionaler Handwerksbetriebe, aus der Landwirtschaft bis hin zu "großen" Unternehmen. "Der Bildband sollte in keinem Bücherschrank von Neufang fehlen", zeigte sich Wunder stolz - in der Hoffnung, dass dieser später einmal eine Fortsetzung beziehungsweise Aktualisierung erfahre.

Alle Drei würdigten auch Bürgers Idealismus - verbunden mit einem großen Zeit- und Arbeitsaufwand, womit er einen wertvollen Beitrag zur Ortskunde und für die Allgemeinheit leiste. "Die Motive wurden super herausgesucht", lobte Föhrweiser. Gerade der Blick von außen sei für ihn sehr interessant, da man gewisse Dinge als Einheimischer nicht mehr so wahrnehme. Für Bätz stellt das Buch einen Segen dar. Durch eine Stärkung der Dorfgemeinschaft - verbunden mit einem intensiven und vielfältigen Gemeinschaftsleben - wolle man jungen Familien den Anreiz geben, am Ort zu wohnen.

Dank galt allen Unterstützern

Der Dank des Verfassers galt allen Unterstützern. Bei seinem Spaziergang durch den Ort sei er zufällig auf den Bruder von Eugen Bätz getroffen, der ihn an diesen verwiesen habe. Viele Aufnahmen aus dem Bildband stammten also gar nicht von ihm selbst, sondern habe man ihm überlassen. "Dass jemand alle Vereinsvorstände extra für ein Foto zusammentrommelt, so etwas habe ich noch nie erlebt", ist er dankbar. Neufang mache auf ihn einen sehr aufgeräumten und gepflegten Eindruck, wobei das Ortsbild nicht zuletzt durch die erfolgreich durchgeführte Dorferneuerung nochmals aufgewertet worden sei. Die Flurentwicklung und Dorferneuerung seien ein herausragendes Beispiel für den Gemeinschaftsgeist der Bürger.

Wie schnell sich das Ortsbild verändere, zeige sich - so der Mitwitzer - darin, dass manches aus dem Buch schon wieder überholt sei. Vielleich freuten sich daher nachfolgende Generationen in 25 Jahren beim Durchblättern darüber, dass jemand eine Momentaufnahme festgehalten habe und sie die Ortsentwicklung im Laufe der Zeit vergleichen könnten.