Die Zahl der Krafträder hat 2018 bundesweit einen neuen Rekord erreicht: 4,37 Millionen. Freudenschreie löst das aktuell aber vermutlich eher weniger aus. Lärm und Rudelbildung nerven Menschen ohne Maschinen zunehmend. Die sind überall in der Mehrheit: Rund 80 Krafträder pro 1000 Einwohner gibt es beispielsweise im Kreis Kulmbach. Oder in absoluten Zahlen: 5826 Maschinen.
Damit lag nach der jährlichen Bestandsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamts der Gesamtbestand an Motorrädern, Rollern, Trikes, Quads & Co., die alle in diese Rubrik fallen, Anfang 2018 bei uns um 149 Maschinen über dem des Vorjahres und damit auf einem neuen Höchstwert.


Immer mehr Frauen biken

Die Maschinen sind dabei längst nicht mehr nur Männersache: Mit einem Frauenanteil von 15,1 Prozent liegt der Kreis Kulmbach in der Bundesliga der Motorrad-Mädels auf Platz 8. Spitzenreiter unter 400 Städten und Kreisen ist das mittelfränkische Ansbach mit 16,8 Prozent.
Bei den Männern mit Maschinen sind zweierlei Spezies unterwegs: die Lauten und und die Leisen. Da Letztere kaum auffallen, prägen inzwischen die Lauten das öffentliche Bild der Biker: Österreicher wollen lärmende Motorradfahrer genauso vertreiben wie Ostwestfalen, Südpfälzer oder was dazwischen und drum herum liegt. Die Forderung: Fahrverbote, mindestens Tempobeschränkungen. Was den Kreis Kulmbach angeht: Die Zahl derer, die auf Zweirädern ihren Spaß suchten, stieg um 138. Die Zahl der Dreiräder liegt bei 33 (Vorjahr: 27). Bei den Quads sind 229 registriert (Vorjahr: 224).
5540, 5677, 5826, war die Entwicklung bei der Gesamtzahl der Krafträder im Kreis Kulmbach in den Jahren 2016, 2017 und 2018. Für Frauen lautet die Zahlenreihe: 825, 866, 882 für die letzten drei Jahre. Bleiben für die Männer: 4715, 4811, 4944 Kraftfahrzeugbriefe und -scheine oder 84,9 Prozent (Vorjahr: 84,7 Prozent).


Ärger über die Krachmacher

Dreht man den Zahlenspieß um, bedeutet der Bestand auch, dass rund 920 Menschen von 1000 im Kreis Kulmbach keine Maschine besitzen. Bei denen gibt's als Anwohner an motorradfreundlichen Strecken für die knatternden Krachmacher an sonnigen Sommernachmittagen vermutlich keinen Kumpel-Bonus. Der Knackpunkt: Die Biker können bei Tempoüberschreitungen ein Bußgeld bekommen, ein Krachlimit gibt's nur eingeschränkt. Laute Maschinen sind nach den derzeitigen Vorgaben für die Betriebserlaubnis sogar zulässig (sie müssen nur auf dem Prüfstand leise sein) - Hersteller und Bastler nutzen das aus.


Thema in den Gerichtssälen

Erste Folge: Appelle an die Vernunft mit Plakaten und Displays; zweite Folge: Streckensperrungen; dritte Folge: Die Krachmacher häufen sich woanders. Das Thema beschäftigt inzwischen die Gerichte, weil sich die Leisen nicht gefallen lassen wollen, wegen der Lauten um den Spaß gebracht zu werden.
Letzte Meldung vom Bund der Motorradfahrer vom 30. Mai: "Streckensperrung für Motorradfahrer auf der Nordhelle (L 707) muss aufgehoben werden. Die vom Märkischen Kreis erlassene Anordnung ist laut Verwaltungsgericht offensichtlich rechtswidrig.
Der BVDM sieht sich dadurch in seiner Rechtsauffassung bestätigt, dass Streckensperrungen für Motorräder in der Regel rechtswidrig sind."
Verhandlung folgt. Teja Banzhaf