Das Leben steckt voller Überraschungen. Veränderungen sind die Regel, nicht die Ausnahme. Das gilt für den Tag genauso wie für die Nacht.

Wer 80 Jahre alt ist, der kann noch von Schreibmaschinen erzählen, die bei jedem Anschlag hämmernde Geräusche machten. Oder von Telefonen, aus deren klobigen Gehäusen Schnüre herausschauten, die unbedingt in die entsprechenden Buchsen eingestöpselt werden mussten. Sonst ging gar nichts. W-Lan war so unbekannt wie Whatsapp. Stattdessen redeten die Leute öfter mal direkt miteinander. Und nachts kuschelten sie sich in ihre Bettdecken, die zu 90 Prozent Baumwoll-Bezüge trugen. Auch diese Gewohnheit scheint zu bröckeln. Ein Mannheimer Start-Up-Unternehmen - auch so etwas gab es vor ein paar Jahren noch nicht - bietet neuerdings Bettwäsche an, die auf Basis von Eukalyptusfasern produziert wird.

Eukalyptus? Da denken die etwas älteren von uns gerne an Bonbons, die uns schon beim bloßen Hinschauen vor Erkältungssymptomen schützten - oder an diese sympathischen Tierchen, die in Australien in den entsprechenden Bäumen abhängen und sich keinen Kopf um W-Lan oder sonst ein neumodisches Zeugs machen, weil es in ihrem Leben halt kaum Veränderungen gibt. Es sei denn, irgendwelche Start-Upler kämen auf die Idee, ihnen die Nahrungsgrundlage unter dem Pelz abzuholzen. Dazu soll es bei der neuen Bettwäsche aber keinesfalls kommen. Im Gegenteil: Die Firma wirbt - gemäß dem Zeitgeist - mit Nachhaltigkeit und Ressourcen-Schonung. Im Gegensatz zu Baumwolle werde bei der Herstellung ihrer Produkte nur halb so viel CO2 ausgestoßen. Und es werde deutlich weniger Wasser benötigt. Außerdem könne man beim Anbau und der Pflege von Eukalyptusbäumen völlig auf Schädlingsbekämpfung verzichten.

Wie schön, dass wir in einer Zeit der Umbrüche leben. Mit innovativen Ideen und nachhaltigen Produkten können wir in Zukunft nicht nur besser leben, sondern anscheinend auch schlafen.