Zu einem Informationsgespräch zu Beginn des neuen Schul- und Ausbildungsjahrs hat der Landrat des Landkreises Forchheim, Hermann Ulm (CSU), in das Staatliche Berufliche Schulzentrum eingeladen.

Zu Beginn stellte Eveline Armer, Teamleiterin Berufsberatung von der Agentur für Arbeit, die Situation am Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Forchheim vor: "Den 49 Bewerbern, die derzeit noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, stehen aktuell 186 freie Ausbildungsplätze gegenüber. Das bedeutet, dass auf einen Jugendlichen momentan rein rechnerisch vier freie Ausbildungsstellen kommen", erklärte Eveline Armer.

Ein Einstieg in eine duale Ausbildung ist mit Blick auf die Unterrichts- und Prüfungsinhalte der Berufsschule und der Kammern gut bis 1. Dezember möglich.

Bei dem Gespräch wurde auch das neue Projekt "Berufsvorbereitungsjahr-kooperativ (BVJ-k)" vorgestellt, das an der Schule für Jugendliche ohne unmittelbaren Ausbildungsanschluss nach Verlassen der Schule als Vollzeitangebot eingerichtet wurde. Das Modell löst das bisherige System der Beschulung in sogenannten "Jungarbeiterklassen" ab, die bisher die 120-tägige Berufsschulpflicht mit einem Unterrichtstag pro Woche über drei Jahre verteilt oder in Blockmodellen abgeleistet haben.

In enger Zusammenarbeit zwischen Schule, dem Jugendhilfeträger Iso (Verein Innovative Sozialarbeit) und den weiteren Partnern wie Bildungsbüro, Wirtschaftsförderung und Staatlichem Schulamt soll ein passgenaues Angebot mit schulischen und sozialpädagogischen Hilfen geschaffen werden.

"Mit der Förderung des Freistaates Bayern und einer lokalen und kooperativen Steuerung des Projektes können wir einen weiteren wichtigen Baustein in unserer Bildungsregion setzen", stellte Martin Haendl vom Bildungsbüro des Landkreises fest.

Cordula Haderlein, die fachliche Leiterin des Staatlichen Schulamts, hält es für wichtig, "dass wir mit diesem Angebot eine echte und tragfähige Anschlussperspektive schaffen".

Matthias Gensner, Geschäftsführer von Iso, ergänzte Cordula Haderleins Aussage, indem er darauf hinwies, dass pädagogisch gut geschulte Mitarbeiter eingesetzt werden müssen. Inhaltlich machte er auf einen weiteren essenziellen Aspekt aufmerksam: "Die von der Schülerzahl kleinen Klassen sind für das Vorhaben von großem Vorteil, da dadurch auf individuelle Bedürfnisse besser eingegangen werden kann."

Auch Elisabeth Bräunig, die Leiterin des Berufsschulzentrums, hält die "Strukturierung des Tages, das planvolle Arbeiten und auch das praktische Tun in den Werkstätten der Schule und die Anbindung in Betrieben durch Praktika" für wesentlich. Schließlich soll nach einem Vollzeitschuljahr auch die Entwicklung der weiteren beruflichen Perspektive idealerweise im Übergang zu einer beruflichen Ausbildung im Handwerk oder Industrie oder zu einer schulischen Ausbildung geklärt und begleitet sein.

Landrat Ulm bedankte sich bei den Beteiligten für die Entwicklung des Projekts. Der Verlauf des Projekts soll gleichzeitig - so wörtlich - "durch die Entwicklung geeigneter Indikatoren begleitet und evaluiert werden". red