"Wie im März saisonal üblich, sank die Zahl der Arbeitslosen durch die einsetzende Frühjahrsbelebung im Vergleich zum Vormonat spürbar", sagt Sebastian Peine, Leiter der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof, die auch den Landkreis Kulmbach betreut. "Ein Großteil der saisonbedingt arbeitslosen Personen ist wieder an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt", so Peine.

Auch im Vergleich zum Februar lässt sich ein starker Rückgang der Arbeitslosigkeit beobachten. "Der Bestand an Arbeitslosen liegt weiterhin unter dem Niveau von März 2020 und sogar von März 2019", bilanziert der Agenturchef.

Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit ging gegenüber dem Vormonat um rund ein Viertel zurück. Die Meldungen kamen aus allen Berufssegmenten. Im März konnten wieder deutlich mehr Arbeitsaufnahmen realisiert werden als im Vormonat. Neben den saisonalen Wiedereinstellungen erfolgten die meisten Abmeldungen in Verkehrs- und Logistikberufe.

Blick nach Kulmbach

Auch im Landkreis Kulmbach ging die Zahl der Arbeitslosen erneut zurück. Mehr als 70 Beschäftigte mit Wiedereinstellungszusage konnten bei ihrem früheren Arbeitgeber wieder anfangen, insbesondere aus dem Baugewerbe sowie dem Garten- und Landschaftsbau. Neu gemeldet haben sich hauptsächlich an- und ungelernte Kräfte wie Bürohilfskräfte, Helfer aus den Bereichen Lager, Papier, Verpackung und Lebensmittel sowie Beschäftigte aus der Arbeitnehmerüberlassung. Auffällig sind Meldungen älterer Arbeitnehmer, die meist nach langjähriger Beschäftigung aus gesundheitlichen Gründen ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Dabei spielen psychische Gründe eine immer größere Rolle.

Es besteht erheblicher Bedarf an Beratungen zu Fragen der beruflichen Weiterbildung. Weiterhin erfolgten Meldungen von Hilfskräften, die für die Kontaktnachverfolgung von mit Covid-19 infizierten Personen oder in den Testzentren eingesetzt waren. Nachdem das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege einen Stufenplan zur Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht vorgelegt hat, ist bisher keine der vorsorglich gemeldeten Pflegekräfte arbeitslos geworden.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwächte sich im März etwas ab. Es gingen 211 Vermittlungsaufträge ein, 43 weniger als im Februar. Das Baugewerbe sucht dringend handwerkliche Fachkräfte wie Maler, Elektriker, Maurer, Zimmerer oder Fliesenleger. Es werden auch gerne motivierte Helfer eingestellt. In diesem Segment ist der Fachkräfteengpass am meisten sichtbar. Die Arbeitnehmer im Innenausbau haben zum größten Teil den Winter über durchgearbeitet. Weiterhin wird medizinisches Fachpersonal händeringend gesucht. Das Hotel- und Gaststättengewerbe rüstet sich für das Frühjahr und sucht entsprechendes Personal, das in Zeiten der Pandemie oftmals in andere Branchen abgewandert ist. Gefragt sind weiterhin Maschinen- und Anlagenführer und Kfz-Mechatroniker. Im Sozialwesen werden Heilerziehungspfleger, Erzieher, Kinderpfleger und Pflegedienstleiter gefragt. Zudem sind Stellenangebote für kaufmännische Fachkräfte eingegangen.

Insgesamt überwiegt die positive Stimmung - trotz der Herausforderungen, die die Pandemie, die steigenden Energiepreise, der Materialengpass und der Fachkräftemangel mit sich bringen.

Ende September 2021 gab es im Landkreis Kulmbach 29.005 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 621 mehr als im Vorjahresquartal (+2,2 Prozent). Nach Branchen betrachtet wuchs die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe am meisten. Hier war ein Plus von 230 Arbeitnehmern zu verzeichnen. Der Bereich Heime und Sozialwesen verlor mit 77 Personen die meisten Beschäftigten. red