Coburg — Große Teile der Coburger Sozialdemokraten können sich weiterhin nicht mir einer möglichen Tiefgarage unter dem Schlossplatz anfreunden. Stadträtin Petra Schneider wies bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Coburg-Südost darauf hin, dass die Schaffung von Parkmöglichkeiten am Hauptbahnhof das dringendere Problem sei: "Das ist eine Geschichte, um die kommen wir nicht herum!" Die Schlossplatz-Tiefgarage sei dagegen eher ein "Luxusprojekt". Schneider wies darauf hin, dass die Suche nach einem entsprechenden Investor bisher erfolglos geblieben sei.
Oberbürgermeister Norbert Tessmer will jedoch auf eine endgültige Entscheidung drängen. Der Bau einer Schlossplatztiefgarage könne eigentlich nur im zeitlichen Zusammenhang mit der Sanierung des Landestheaters, betonte er: "Entweder man sagt ein für allemal Ja, oder man sagt ein für allemal Nein."
Martin Deffner zweifelte die grundsätzliche Notwendigkeit an. Von den drei bestehenden Parkhäusern aus seien eigentlich alle Ziele in der Innenstadt fußläufig gut zu erreichen. Rupert Appeltshauser machte gar den Vorschlag, über die Errichtung einer Parkpalette auf dem bestehenden Behördenparkplatz hinter dem Theaterbetriebsgebäude zwischen Bürglaß und Allee nachzudenken.
Sorge macht den Sozialdemokraten aus dem Stadtteil Ketschendorf sowie dem Gebiet Stets am Bach auch die Innenstadtentwicklung. Freilich seien Leerstände und zurückgehende Passantenfrequenz keine spezifisch Coburger Erscheinungen. Aber hier sei auch der Einzelhandel selber gefordert, so Petra Schneider, die in Personalunion auch Vorsitzende des SPD-Ortsvereins ist. Der Handel müsse sich auf die Herausforderung durch den Online-Handel einstellen. "Flexibilität, Kundenfreundlichkeit oder Einigkeit bei den Ladenöffnungszeiten sind gefragt!"
Der Steinweg solle nach Schneiders Auffassung auf jeden Fall für den motorisierten Verkehr tabu bleiben. "Wir tun der Straße nichts Gutes, wenn wir sie öffnen." Es passe nicht zusammen, wenn man Menschen in die Innenstadt ziehen wolle und dann auf der anderen Seite den Verkehr ausweite.
Petra Schneider ehrte treue Mitglieder. Sein diamantenes Jubliäum (60 Jahre) konnte Günther Meyer feiern. Seit 30 Jahren sind Hannelore Frey und Martin Deffner dabei, seit zehn Jahren Kai Hiltmann. mako