Ein Projekt wird konkret: Mit der Abstimmung für den Bebauungsplan zur Geisfelder Westumgehung hat der Strullendorfer Gemeinderat für den Ortsteil jetzt Fakten geschaffen. Den Auftrag ans ausführende Ingenieurbüro bezeichnet die Gemeindeverwaltung als Startschuss für den Halbring um Geisfeld - der Entwurf soll jetzt ausgetüftelt, damit ein Baurecht geschaffen und alle anderen Behörden in den zunächst sehr bürokratischen Vorgang eingebunden werden.

Die voraussichtlichen Kosten für diesen Plan sind im aktuellen Haushalt eingestellt und der im Februar angedachte Zeithorizont bleibt: Baubeginn ist für 2022 vorgesehen. Erst Ortsstraßensanierung, dann Umgehungsbau: Weil das typische und übliche Planungsprocedere für die Bauarbeiten im Ortskern schon weiter fortgeschritten ist, bleibt die vorgesehene Reihenfolge definitiv - auch wenn nach dem Umleitungschaos rund um die Kanalsanierung Stimmen nach einem vorgezogenen Umgehungsbau laut wurden. Ansage von Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU): "Es geht aus planerischen und logistischen Gründen nicht anders: Für die Magdalenenstraße gibt es schon ein Baurecht, das für die Westumgehung streben wir mit dem in Auftrag gegebenen Bauplan erst an. Dieser Vorgang läuft parallel zur Sanierung der Magdalenenstraße."

Magdalenenstraße zuerst: Dort wandert die Baustelle im nächsten Jahr vom Untergrund an die Oberfläche. Nach Vollendung der Kanalsanierung und aktuell nach einem Gespräch mit dem staatlichen Bauamt wird das Bauprojekt in drei Abschnitte aufgeteilt. Der erste Teil von der Brauerei Griess bis zur Ecke Litzendorfer Straße soll im Herbst 2021 und - nach Aussage der Gemeindeverwaltung - dort möglichst zügig erfolgen. Im Frühjahr 2022 sind die anderen beiden Abschnitte angedacht.

Frage der Kosten

Die konkreten Ausführungsmaßnahmen hierzu müssen noch einzeln beschlossen werden, wenn die Kosten vorliegen: Hier kristallisiert sich nach dem jeweiligen Beschluss heraus, was der Staat finanzieren wird und was die Gemeinde selbst zahlen muss. Weil sich nicht alles um frischen Asphalt dreht, ist ein detaillierter Finanzierungscheck erforderlich. Nach Mehrfachbegehungen mit Gemeinderat und Bauamt sind einige strukturelle Korrekturen geplant: So soll beispielsweise die momentan schwierig in der Kurve stationierte Bushaltestelle aus Platz- und Sicherheitsgründen ans alte Feuerwehrhaus verlegt werden. Für die neuralgische Kurve beim Metzger ist an der Bachwiesenseite Erweiterung angedacht, um wiederum den Gehweg an der gegenüberliegenden Seite breiter und sicherer zu machen. Zusätzlich ist geplant, an der Kirche einen Übergang anzulegen, am Sportplatz eine Querungshilfe zu setzen und außerdem die Radfahrer mittels Sichtstreifen auf die andere Seite zu leiten. Um Fußgänger nicht zum Gang auf gefährlichem Terrain zu verführen, will die Gemeinde zusätzlich kleine Flächen an Häusern entsiegelt und begrünt sehen - sensible Stellen, die ohnehin nie als echte Gehwege gedacht waren.

Nebenbei und in einem Aufwasch sollen auch tiefe Rinnen vor Einfahrten ausgeglichen und außerdem Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt werden. Die wiederum zu einem späteren Zeitpunkt durchgezogen werden sollen. Dass die Stück-für-Stück-Planung und -Klärung finanziell lohnend sein kann, belegt laut Gemeindeverwaltung das Großprojekt Integratives Generationenzentrum IGZ vom Kernort: Hier gibt ess aktuell noch mal einen warmen Geldregen. Vom Bund-Länder-Städteprogramm im Bereich Sozialer Zusammenhalt kam kürzlich eine 360 000-Euro-Mittel-Zusage.