Seit dem Mittelalter wird in Bamberg urbaner Gartenbau betrieben. Zeitweise pflanzten die Bamberger Gärtner und Häcker neben Wurzelgemüse, Salat und Kräutern auch Hopfen. Die Erlebnis Gärtnerei Emmerling setzt diese Tradition als erster Betrieb nach rund 100 Jahren fort und lädt regelmäßig zu Veranstaltungen wie dem Hopfenzupfer-Fest (17. bis 19. August) mit Verkostung hausgebrauter Bierspezialitäten in den Bamberger Hopfengarten.


Wurzeln im 18. Jahrhundert

Die Tradition des Hopfenanbaus in Bamberg reicht zurück in das 18. Jahrhundert. Während die Bamberger Gärtner ihre Felder östlich der Regnitz mit Süßholz, Zwiebeln und Rüben bestellten, zogen die Häcker, die fränkischen Winzer, Wein auf den sonnigen Hängen im Berggebiet. Als der Weinbau mit Anbruch eines Klimaumschwungs und damit verbundenen deutlich kühleren Temperaturen unrentabel wurde, stieg man auf die Produktion von Hopfen um. Bis zur Industrialisierung hatte dies Erfolg - dann wurde die Konkurrenz des oberbayerischen Hopfenzentrums Hallertau zu groß.
Ein knappes Jahrhundert blieb das Hanfgewächs in Bamberg von der Bildfläche verschwunden, bis Kris Emmerling, Junggärtner der Familiengärtnerei Wolfgang Emmerling, es 2016 aus dem Dornröschenschlaf weckte. Seitdem pflanzt er im Bamberger Hopfengarten (Zollnerstraße 24) 24 Hopfenarten an. Das Sortiment reicht von besten Aromasorten bis hin zu würzigem Bitterhopfen. In der hauseigenen kleinsten Brauerei Bambergs werden mit dem frischen Hopfen diverse alkoholhaltige Malzgetränke gebraut. Ihren einzigartigen Geschmack erhalten diese durch frische Hopfendolden in den Bierflaschen. "Ich freue mich, dass die Bamberger Gärtner wieder professionellen Hopfenbau betreiben. Ihre Tradition lebt damit nicht nur weiter, sondern wird erlebbar und zukunftsfähig gemacht", so Bürgermeister Christian Lange in der Presssemitteilung der Stadt.
Seit jeher spielt die Gärtnertradition in Bamberg eine besondere Rolle: Die von Häuserringen umschlossenen historischen Anbauflächen sind bis heute auf einzigartige Weise im Stadtbild erhalten und trugen zur Auszeichnung Bambergs mit dem Welterbetitel bei. Sie spiegeln die Verbindung zwischen Landwirtschaft (Weinberge, Hopfengärten, Gemüsegärten) und Stadtkern wider. Darüber hinaus wurde der innerstädtische Erwerbsgartenbau in Bamberg als Sammelbegriff für die Gärtnerstadt, das Brauchtum und die Traditionen der dort lebenden Menschen 2014 in das Bayerische Landesverzeichnis und zwei Jahre später in die bundesweite Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Zur Pflege dieses kulturellen Erbes veranstaltet die Gärtnerei Emmerling regelmäßig hopfige Events in ihrem Hopfengarten. Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr bietet das Hopfenzupfer-Fest vom Freitag, 17., bis Sonntag, 19. August, wieder einen Anlaufpunkt für Familien, (Bier-)Freunde und Brauer.


Getränke im Gewächshaus

Gegen einen Unkostenbeitrag von einem Euro können Gäste das tropische Ambiente im Gewächshaus der Gärtnerei genießen und die unterschiedlichen Bierspezialitäten probieren. Am Ausschank werden Bamberger Craftbiere und andere sommerliche alkoholhaltige Malzgetränke ausgeschenkt. Zusätzlich stehen Produkte rund um den Hopfen zum Verkauf.
Für das leibliche Wohl sorgt die Gärtnerei mit Erzeugnissen aus eigenem Anbau. Im Hopfengarten können die Hopfenpflanzen in Augenschein genommen und deren Dolden gezupft werden. Mehr hopfige Informationen unter www.hopfengarten-bamberg.de. red