Der St. Michaelsbund verleiht regelmäßig Gütesiegel für Büchereien. In diesem Jahr seien 51 Bibliotheken aus dem Gebiet der Erzdiözese Bamberg ausgezeichnet worden, heißt es in einer Pressemeldung des Bunds. Darunter sind die Bibliothek im Alten Torhaus in Teuschnitz (Gold) und der Büchereitreff am Melchior-Otto-Platz in Kronach (Silber).
Büchereien sind nach Auffassung des St. Michaelsbundes wichtige Orte für Bildung, Begegnung und Demokratie. Deshalb hat der katholische Bibliotheksverband diese 51 Büchereien mit einem Gütesiegel für besondere Qualitätsstandards ausgezeichnet.
Die Siegel in Gold und Silber wurden kürzlich im Pfarrsaal St. Kilian in Hallstadt von Generalvikar Georg Kestel, Diözesanbibliothekarin Melanie Dirauf und dem Diözesanvorsitzenden des Sankt Michaelsbundes Bamberg, Christian Kainzbauer-Wütig, während einer Feierstunde überreicht.
Melanie Dirauf bezeichnete Büchereien als „Orte der kulturellen Begegnung“. Man könne dort nicht nur Bücher ausleihen, es fänden auch viele weitere Veranstaltungen wie Lesungen, Ausstellungen oder VHS-Kurse statt. Büchereien seien beliebte Treffpunkte für Menschen, die sich einsam fühlten, und sie könnten außerdem durch christliche Angebote ein niederschwelliger Zugang zu Kirche sein. Die Diözesanbibliothekarin betonte: „Büchereien sind in unserer heutigen Zeit eine ganz wichtige Institution.“
Kainzbauer-Wütig hob die Bedeutung von Büchern für Bildung und Demokratie hervor. Sie vermittelten Wissen und stärkten die gesellschaftliche Teilhabe. Sein besonderer Dank galt den überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Das ist eine Arbeit, die man nicht hoch genug schätzen kann“, sagte er. Gerade angesichts knapper werdender Budgets sei ihr Einsatz für die Menschen vor Ort unverzichtbar. Er rief sie dazu auf, sich angesichts des häufig kleiner werdenden Budgets und damit einhergehender Schwierigkeiten immer wieder in Erinnerung zu rufen, was der Grund für ihren Einsatz sei: die Menschen vor Ort.
Die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements zeigte sich auch an der großen Zahl der Ehrengäste. Unter ihnen waren Landräte oder ihre Stellvertreter, zahlreiche Bürgermeister sowie viele Pfarrer, die den Ehrenamtlichen ihren Dank und ihre Anerkennung ausdrückten.
Generalvikar Kestel stellte seine Ansprache unter das Motto „Lesen ist wichtig!“ Lesen sei etwas Grundlegendes für die Menschen, und durch die Strukturen, die die Büchereien und der sie unterstützende St. Michaelsbund bieten, könne das Lesen gefördert werden. Gleichzeitig seien Büchereien auch Orte der Seelsorge. Wertschätzung, besonders für ehrenamtliches Engagement, sei deshalb wichtig, weil Hauptamtliche auf eine solche Unterstützung angewiesen seien.
Die Gütesiegel werden alle zwei Jahre in Gold und Silber an Büchereien vergeben. Der Landesverband des St. Michaelsbundes hat gemeinsam mit den diözesanen Fachstellen in Bayern 16 Qualitätsstandards formuliert, die als Mindestanforderungen verstanden werden. Sie betreffen verschiedene Bereiche wie zum Beispiel die Auffindbarkeit der Bücherei, die Öffnungszeiten oder das Raum- und Medienangebot. Von diesen Standards müssen mindestens 13 für ein silbernes Gütesiegel erfüllt sein und 15 für ein goldenes. red