Für die Kinder ist es für viele Wochen der erste Weg gewesen. Ganz schnell prüfen, ob das Blaumeisenpärchen „Blaui“ und „Grüni“ sowie die Vogelkids fit sind. Ein tolles Projekt, durch das der Garten der Kita für die Jüngsten der Ort für spannende Naturbildung geworden ist.
Ganz rasch lernten die frisch gebackenen Vogelexperten das Entscheidende: Meisen, Spatzen und Amseln mögen es geschützt und ungestört. Ins Vogelhäuschen schauen? Das ist verboten. Die Vögel würden erschreckt.
Wie toll, dass es jedoch die passende Technik gibt! Per Vogel-Kamera, Wifi sowie Solarmodul durften die Kita-Kids Vögel, Gelege und Brut jeden Tag verfolgen. Entweder checkten sie gleich morgens während des Frühstückens mit den Familien, was die Vogeleltern und die Küken über Nacht gewerkelt hatten. Oder die Kinder bevölkerten gespannt die Dokumentationswand und den Forschertisch der Kita . Dort gab es die ganz entscheidenden News, so dass die kleinen Vogelforscher über die spannenden Entwicklungen sprechen durften.
Lerneffekt? Der sei ganz enorm, bestätigen das unisono die Projektleiterin Francesca Bauer sowie die Kitaleiterin Melanie Weiland. Gerade was die Nistmaterialien sowie die Eigrößen der diversen Vogelarten angeht, sind die Kids schon echte Spezialisten. Und wie erkennen sie jetzt das Blaumeisenpaar? „Na, die Blaumeisen haben doch blaue Kappen“, erklärt das Mädchen , das diese Merkmale längst parat hat. „Doch die Kohlmeisen haben schwarze Kappen“, ergänzt fachmännisch ein Knirps.
„Ja, sogar wir lernen ganz viel“, schildert Weiland. Was die Vögel sowie den Nistkasten für die gefiederten Freunde der Kinder angeht, gab es Unterstützung durch die Jugendbeauftragte der LBV. Durch die professionellen Infos hat Christine Hubrach das Projekt des Nistkastens für die Kita gefördert.
Doch ganz abseits der Vögel sei die Technik rund um das digitale Nest ebenfalls herausfordernd gewesen. Kinder sollen Respekt entwickeln, sagt Weiland, dass das Vogelschutzprojekt ebenfalls hohen pädagogischen Wert hat. Gerade heute sei Respekt gegenüber den anderen Menschen, Tieren und Natur eine Fähigkeit, die wichtig sei. Klappt das altersgerecht wie eben das Bestaunen der Blaumeisenfamilie, sei das ideal.
Der spannende Naturkundeunterricht, der Kita-Garten als Lernumfeld sowie die Live-Schalte der Kamera stellen Exempel für das „grüne“ Lernen als Angebot für die Knirpse dar. Experimente sowie Waldtage ergänzen das. Selbst wenn es Kids und Erziehern Spaß schafft, setzt das sogar geltendes Recht um. Denn die Pläne für die Erziehung und Bildung für die Jüngsten verlangen solche Schwerpunkte sogar.
Stolz zeigen die Zwerge ein Geschenk des Ex-Bürgermeisters Klaus Hacker: Der alte Baumstamm, dessen raue Rinde schon etwas abblättert, versteckt das Höhlenloch für den Specht. Für den Buntspecht, genau gesagt.