Die sportliche Jagd nach der begehrten Silberschale, die im Georgendamm dem nunmehr neunmaligen Gewinner „Lieblings-Liebige“ des Klaus-Haferkorn-Gedächtnisturniers überreicht wurde, war gerade eine Stunde vorbei, da traf sich die große „Haferkorn“-Familie traditionell im „ausverkauften“ Bootshaus.

Immer wieder als „Keimzelle des Bamberger Basketballs“ tituliert, hat das „Treffen“ längst Kultstatus und gleicht keineswegs einer „normalen“ Siegerehrung. Dies lässt sich allein schon mit der einzigartigen statistischen Auswertung aller 2565 Spielbögen seit 1958 und den damit verbundenen Ehrungen und Jubiläen sowie den lyrischen und musikalischen Auftritten des neuen Teilnehmers und des Siegers erklären.

Die Geehrten

Zwei Jahrzehnte „Haferkorn“ vollendete ein Trio: Werner Kloos („Die Peripheren“), Michael Katz („Die Simulanten“), Markus Lodes („Die Bierologen“). Silbernes 25er-Jubiläum wurde mit einer Medaille bedacht: Anton Goppert („Aireußer“), Timo Fuchs („Die Bierologen“), Daniel Wunderer („Bock-Bier-Boys“), Jan Hornung und Christoph Schmittroth (beide „Die Rüftl“). Sein drittes Jahrzehnt vollendete Rainer Falch („Pharisäer“).

Mit speziell angefertigten Zertifikaten bzw. Statistik-Bänden wurden „Urgesteine“ dieses Traditions-Turniers geehrt: Auf 35 Teilnahmen kann Axel Gerhartz („Anabole Steroide“) zurückblicken. Die „40“ machte Roland Börschel („Aireußer“) voll. Viele „Haferkorn“-Kapitel bei 45 Teilnahmen haben Martin Höning („Die Peripheren“), Robert Heckel und Heinz-Georg Bloß (beide „Aireußer“) geschrieben; dies gilt auch für Franz-Jürgen Melber, Bertram Wagner (beide „Aireußer“), Gerhard Frank sowie Jürgen Kohring (beide „Kuffekl GmbH“), die mit dem unverwechselbaren Zahlenwerk belohnt wurden.

Den Sprung in den „Club der Hunderter“ schafften Gerald Salberg („Aireußer“) und Dirk Dippold („Lieblings-Liebige“). Mit Hans-Jürgen Uch und Rainer Schabacker (beide „Die Peripheren“) gibt es nun zwei weitere „Haferkörner“, die über 200 Mal auf dem Parkett standen. Rafael Rempe wurde als Mitarbeiter geehrt (25) und Roland Back als Schiedsrichter (40).

Als neuer OR-Meister steht man tagsüber bei der Premiere unter den Körben, abends bekommt man dann die Feuertaufe auf der Bühne vor der versammelten „Haferkorn“-Gemeinde. Die „Drunk and Dunk“-Spieler wählten für ihre Vorstellung die Präsentation mittels Gedichten : Jeweils ein Spieler charakterisierte einen Teamkameraden mit all seinen Stärken und Schwächen. David Dorn und Co. feierten einen gelungenen Einstand.

Da wollten die Sieger 2025 nicht nachstehen: Es bringt die Erfahrung von neun Siegen mit sich, dass „Lieblings-Liebige“ die Klaviatur der Sieger-Aufführung aus dem „Effeff“ beherrschen. Sie ließen jeweils einen Akteur ihrer besiegten Gegner „antanzen“, diese wurden mit Kopfhörer versehen und mussten ihre Gesangskünste zeigen. Mit ihrer Umdichtung des Evergreens „Jingle Bells“ erzeugten die Sieger schließlich vorweihnachtliche Stimmung und Beifallsstürme.

Nach dem 67. Turnier ist der 23. Dezember 2026 bei allen „Haferkörner schon mit „rot“ notiert.

Katja Wagner