Um die unübersichtliche Situation der vierarmigen Kreuzung „Knotenpunkt: Schul-/Weiße-Kreuz- und Joseph-Babo-Straße“ verkehrssicherer zu machen, war die Planungsgruppe Strunz (Bamberg) damit beauftragt worden, dort eine Machbarkeitsstudie anzufertigen. Bürgermeister Bruno Kellner (VU) begrüßte jetzt im Gemeinderat Ingenieur Ingo Jacobsen, der die erarbeiteten drei Konzepte vorstellte. Dieser erwähnte im Vorfeld, dass die Beobachtungen der Verkehrssituation nicht bei vollem Schulbetrieb erfolgen konnten. Der Bring- und Holdienst der Eltern schien problemlos vor sich zu gehen. Im Allgemeinen gebe es jedoch keine Verkehrsführung und schlechte Sichtverhältnisse in Richtung Westen. Das Vorhandensein einer vierarmigen Kreuzung werde als solche nicht wahrgenommen. Erschwerend komme hinzu, dass der versetzte Verlauf der Weiße-Kreuz-Straße und etwaige neue Fahrbahnränder für Schulbusse und Müllfahrzeuge passierbar bleiben müssten.

„Konzept 1“ (Kosten 404 000 Euro) empfiehlt die Anlegung der Schulstraße mit Einbahnregelung zur Grabenstraße hin sowie die Einrichtung zweier Fußgängerüberwege an den jeweiligen östlichen Enden des Kreuzungsbereichs. Dabei wäre in der Einbahnstraße an der zur Schule hin liegenden Fahrbahnseite ein durchgehendes Parkverbot anzusetzen. Ein Parkstreifen, an dem auch die Kinder ein- und aussteigen könnten, wäre hingegen auf der gegenüberliegenden Seite anzubringen. Als großer Gefahrenpunkt wurde das unkontrollierte Laufen der Schulkinder gesehen, das auf Höhe der Fußgängerunterführung gefährliche Situationen herausfordere. Somit wäre für dieses Konzept ein Rückversetzen des Gehwegs auf der Fl.-Nr. 1397 nach Osten erstrebenswert.

Verkehr besser lenken

Mit „Konzept 2“ sollte die Kreuzung als Mini-Kreisel mit 18 Metern Durchmesser angelegt werden, um den heute ungeordneten Verkehr stärker führen und lenken zu können. Die Randflächen seien fahrgeometrisch ermittelt worden, wobei Busse und Müllfahrzeuge die überfahrbare Innenfläche schneiden könnten. Je ein Zebrastreife wären an der Schulstraße und an der westlichen Weiße-Kreuz-Straße anzubringen. Die Gehwege wären breiter, wobei der an der Grundstücksgrenze von Fl. Nr. 1397 wegfallen würde, da er für die Fläche der Kreiselfahrbahn benötigt würde. Die Kosten für dieses Konzept wurden in zwei Varianten kalkuliert: mit Ausbau der Schulstraße für 447 500 Euro, ohne Ausbau für 237 000 Euro.

Mit der Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs, nämlich der Widmung der gesamten Zone als „Spielstraße“, beschäftigte sich „Konzept 3“ (Kosten mindestens 630 000 Euro). Zusätzliche Begrünung im jetzigen Kreuzungsbereich soll das Verkehrstempo drosseln, das mit Schrittgeschwindigkeit einzuhalten wäre. Hier herrsche die gegenseitige Rücksichtnahme vor, erklärte Planungsfachmann Jacobsen: „Bei diesem Mischprinzip sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt“.

In der anschließenden Diskussion zeigte es sich, dass jedes Konzept Vorteile hat: Die Einbahnstraße würde den Hol- und Bringverkehr lenken und die Geschwindigkeit herausnehmen. Dabei müsse jedoch die Möglichkeit der Befahrung durch Fahrradfahrer in Gegenrichtung (Jürgen Scheuring, SPD ; Manuel Bischof, RaZ) noch abgeklärt werden. Marktgemeinderat Michael Hümmer (Vereinigtes Umland/VU) plädierte innerhalb der gesamten Planung für die Sicherheit der Kinder . Auch das Pflanzen von Bäumen zur Verkehrsberuhigung wurde begrüßt. Nachdem keine Einigung erzielt werden konnte, für welche der drei Varianten man sich entscheiden könnte, sollen die vorgetragenen Anregungen im Bauausschuss mit dem Planer noch einmal diskutiert und eingearbeitet werden, um dann die Entscheidung in einer finalen Sitzung zu treffen.