Stefan Fössel

Weil der Bewegungsradius vieler derzeit kaum über den nächsten Supermarkt und die umliegenden Wälder hinausreicht, hat sich die Natur in den vergangenen Tagen etwas zur Auflockerung einfallen lassen. Von Wüste bis Polarkreis ist alles dabei, die Welt zu Gast bei Freunden sozusagen.

Erst brachte warme Luft aus Nordafrika Saharastaub nach Franken, dieser färbte Briefkästen, Fensterscheiben und Autos gelbrot. So bildeten sich noch am Sonntagnachmittag tatsächlich Schlangen an den Waschstraßen. Doch die Freude übers blitzblanke Gefährt währte danach nicht lange - Schneematsch und Streusalz sei Dank. Denn wer gehofft hatte, dass der Gruß aus der Wüste entsprechende Temperaturen mit sich bringt, wurde enttäuscht . Am Sonntagabend schneite es wie im Michel-Weihnachtsfilm, der Staub verschwand wieder unter vielen Flocken. Der Schnee wird nun eine Weile liegen bleiben, denn auch die Temperaturen erreichen sibirisches Niveau. Jede Nacht minus 10 Grad und kälter, Tauwetter Fehlanzeige.

Nun bleibt zu hoffen, dass sich die klimatische Weltreise bis März wieder von Sibirien wegbewegt. Gegen ein kleines Hoch von der Biskaya oder von den Azoren hätte dann wohl kaum einer etwas. Auch wenn das noch lange kein Ersatz für einen richtigen Urlaub ist.