Mittlerweile darf es auch alkoholfrei sein. Für manche. Manchmal. Aber für einen Großteil der gut 200.000 Besucher des Forchheimer Annafestes gehört ein berauschendes Festbier dazu. 

Am 24. Juli startet das weit über Forchheims Grenzen hinaus beliebte Fest wieder im Kellerwald – dem aus 23 Kellern bestehenden, wohl größten zusammenhängenden Biergarten der Welt. Das Besondere: Auf kaum einem anderen Volksfest dieser Art ist die Auswahl an regionalen Bierspezialitäten so hoch wie auf dem Annafest

Highlight im Terminkalender

Mit dem Ursprung von 1840 hat das heutige Annafest freilich nicht mehr viel zu tun. Was aber geblieben ist: der Termin zu Ehren der heiligen Anna, die ideale Bierlagerung in den sandsteinernen Bierstollen und das Ausleben der fränkischen Freude an kulinarischen Genüssen.

In den vergangenen fast 200 Jahren haben sich viele Besitzverhältnisse im Kellerwald gewandelt, auch die Keller haben sich im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt.

Dass in Franken jeder die beste Brauerei vor der eigenen Haustür hat, ist eine Binsenweisheit. Das gilt auch für die vielen verschiedenen Festbiere, die rund um Forchheim und die Fränkische Schweiz entstehen. Nur selten gibt es die Gelegenheit, das eigene lokalpatriotisch geprägte Bauchgefühl auf die Probe zu stellen. Beim Annafest geht das. Forchheims Stadtmarketing spricht gar von einem „Schlaraffenland“, schließlich machen sich 14 unterschiedliche Brauereien daran, die festlichen Gerstensäfte anzuliefern. 

Wer auf dem diesjährigen Annafest einen Liter Bier trinken möchte, muss zwischen elf Euro und 12,50 Euro einplanen. Zwar gibt es vereinzelt Erhöhungen im Vergleich zum vergangenen Jahr. Aber die Grenze von 12,50 Euro wird nicht geknackt. 

Zum Vergleich: Auf der Erlanger Bergkirchweih mussten Besucher Ende Mai zwischen zwölf Euro und 14,50 Euro hinblättern. Auf dem Münchner Oktoberfest wird die Maß sogar bis zu 15,90 Euro kosten.

Die Bamberger Sandkerwa kommt hingegen als echtes Schnäppchen daher: Für heuer stehen die Preise zwar bislang nicht fest, aber 2025 kostete ein Seidla zwischen 3,50 Euro und 5,50 Euro.

Besuch bezahlbar halten

Die günstigste Maß Annafestbier gibt es 2026 bei den „Bierpatschern“ am Nürnberger-Tor-Keller und bei Haldun Yildirim am Schlößla-Keller. Das liegt laut Yildirim unter anderem daran, dass es bei ihm keine Bedienung am Tisch gibt. „Diese Ersparnis gebe ich gerne weiter“, sagt er. 

Und das, obwohl generell die Kosten für die Kellerwirte steigen würden, wie er betont. Dazu zählen unter anderem Gebühren der Stadt sowie Aufwendungen für Security, Musik und Personal. „Aber wir können nicht jede Preiserhöhung auf die Festbesucher übertragen“, so Yildirim.

Gleiches gilt bei jenen, die schon im vergangenen Jahr 12,50 Euro verlangt hatten. Wie Nicholas Mohnlein vom Neder-Keller zum Beispiel. Eine weitere Erhöhung kommt für ihn nicht in Betracht. Ein Blick auf die Getränkekarten seiner Wirtskolleginnen und -kollegen zeigt, dass es zwar einige Erhöhungen im Vergleich zum vergangenen Jahr gibt. Aber große Sprünge gibt es nirgends. 

Das Annafest startet offiziell am 24. Juli mit dem Bieranstich um 17 Uhr im Kellerwald. Das Fest dauert elf Tage bis zum 3. August. Als inoffizieller Auftakt gilt aber die Schlachtschüssel, bei der die Forchheimer schon am Donnerstag auf vielen Kellern die Annafestsaison einläuten.

Keller gibt es auf dem Annafest: Auch heuer spielen wieder die Festbiere eine wichtige Rolle .Stephan Großmann/Archiv