„So, jetzt alle am Baum verteilen!“, hieß es am Samstagnachmittag pünktlich um 15 Uhr auf der Kirchweih im Engelgarten in Höchstadt. Eingespannt war der Baum bereits, nun ging es ans Aufrichten.
Bei etwa 30 Grad versammelten sich 40 der mittlerweile über 100 Höchstadter Kerwa-Freunde um die in den Höchstadter Farben rot-weiß geschmückte Fichte, um sie mit vereinten Kräften aufzustellen. Das Wetter hätte besser nicht sein können, einzig der Wind erschwerte das Aufrichten etwas, doch die Kerwa-Freunde wären keine Kerwa-Freunde, wenn sie mit dieser Herausforderung nicht umgehen könnten.
21 Meter ist der Kerwasbaum hoch: Höher darf er nicht sein, da er sonst die historische Stadtmauer beschädigen könnte, wenn er umstürzen würde.
„Hau-Ruck ist das Kommando“, entschied Bernd Brehm, der mit seinen Anweisungen dafür sorgte, dass das Aufstellen reibungslos vonstattenging. Und so war die nächste Dreiviertelstunde immer wieder ein Brehmsches „Hau-Ruck“ zu hören, gefolgt von einem Anheben des Baums um einige Armlängen, bis er in der neuen Höhe durch lange Stangen abgestützt werden konnte. Gespannt sahen zahlreiche Besucher zu, wie die Fichte so immer mehr Höhe gewann.
Seit 8.30 Uhr unterwegs
„Steht er?“ „Ein Stückchen noch.“ Nach ungefähr 50 Minuten stand die Kerwasfichte fast in der Senkrechten. Noch ein Ruck, und schon begann die Stadtkapelle „In die weite Welt“ zu spielen, das Zeichen dafür, dass der Baum steht. Endlich. Denn das Aufstellen des Kerwasbaums beginnt nicht erst mit dem Aufrichten. Seit halb neun Uhr morgens waren die Kerwa-Freunde damit beschäftigt, alles vorzubereiten. Im Nackendorfer Staatswald wurde der Baum gefällt, anschließend stand das Schmücken und natürlich der Transport zum Engelgarten an. Vom Beginn der Vorbereitungen bis zum eigentlichen Aufrichten der Fichte vergingen so über sechs Stunden.
Die Höchstadter Kirchweih geht noch bis Dienstag, 7. Juli. Die Kerwa-Freunde sorgen hierbei nicht nur für das Baumaufstellen, sondern auch für weitere Attraktionen wie das „Kerwa ausgraben“ ganz zu Beginn, für das „Kerwas-Liedli singen“, das „Raustanzen“ und schließlich auch das „Kerwa eingraben“.
Im Festzelt gibt es außerdem jeden Tag Live-Musik von wechselnden Bands, sodass mit verschiedenen Musikrichtungen für jeden etwas dabei ist. Außerhalb des Festzelts laden zahlreiche Buden mit verschiedenen Kerwa-Leckereien zum Probieren ein; die kleineren Besucher freuen sich über den Autoscooter und das Karussell. Dienstag, der letzte Kerwastag, ist traditionell Familientag – hier sind die Preise bei den Fahrgeschäften vergünstigt.