Unter der imposanten Vereinsfahne an der Wand hatten sich die Mitglieder des Kutschervereins Bamberg versammelt, um gemeinsam das 130-jährige Bestehen des Traditionsvereins zu begehen. Erster Vorsitzender Oliver Friedla drückte seine Freude darüber aus, dass so viele den Weg nach Scheßlitz zur Schmittbräu gefunden hatten.
In seiner Ansprache brachte der Vorsitzende in Erinnerung, dass der Jubiläumsverein im Jahr 1896 sozusagen als „Krankenversicherung“ für die Bamberger Lohn-Kutscher ins Leben gerufen worden war. Mit vielen Höhen und auch einigen Tiefen „besteht der Kutscherverein gerade dank seiner engagierten Mitglieder bis heute“.
Vereinseigene Chronik
Mit Stolz verwies Vereinsvorsitzender Friedla auf die vereinseigene Chronik, die mit viel Mühe und Liebe zum Detail eigens für das Jubiläum vor fünf Jahren erstellt worden war. Mitglieder , die bislang noch keine Chronik hatten, konnten sich nun ihr eigenes Exemplar sichern.
Mit großem Bedauern musste der Vorsitzende dann allerdings feststellen, dass sich der Verein nun fast schon wieder in einer kritischen Situation befinde: „Die Mitgliederzahl sinkt, und die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist zum Teil sehr überschaubar.“ Aktuell zählt der Kutscherverein Bamberg 127 Mitglieder . Auch die Zahl derjenigen, die tatsächlich noch aktiv fahren, also über Fahrpferde und Kutschen verfügten, sinke drastisch. Zum Teil läge das am Alter der Mitglieder , wovon sich etliche, vor allem die der „Vereinsretter von 1996“ schon im achten Lebensjahrzehnt befinden, beziehungsweise darauf zu steuern. So diagnostizierte Friedla auf der einen Seite das fortgeschrittene Alter der Mitglieder als einen Grund für die kritische Lage des Vereines. Andererseits werde die Pferdehaltung unter anderem aufgrund gestiegener Tierarztgebühren, aber auch insgesamt höherer Preise, zuletzt beim Sprit, immer teurer. „Deshalb werden auch kaum mehr Fahrpferde angeschafft und somit fehlen uns die aktiven Fahrer“, brachte er es auf den Punkt.
Junge Mitglieder für Vereinsarbeit zu motivieren, sei schwer, fuhr Friedla fort. Wobei sich die Arbeit gerade hier bei dem Vorstand des Kutschervereins in Grenzen halte, warb er. Alle würden Vollzeit arbeiten, und das Ganze trotzdem gut nebenbei schaffen. Und: „Es macht Spaß!“ So strebe man weiterhin mit ganzer Kraft danach, alles zu tun, damit das Hobby Kutschefahren und die damit einhergehende Liebe zum Pferd weiter ermöglicht werden können.
Bevor Friedla mit dieser motivierenden Botschaft zum Ehrungsteil überleitete, dankte er den Mitgliedern des Vorstands, die in nahezu unveränderter Besetzung seit nunmehr zwölf Jahren die Geschicke des Kutschervereins lenken. Bis auf drei Beisitzer – Bernhard Kasper, Oswald Schor und Sina Zweig, sowie seit heuer der Stabübergabe im Schriftführeramt von Sandra Bierlein an Jutta Hofmann – habe es keine Veränderungen im Team gegeben. Zweite Vorsitzende Christina Kreuzer, Kassiererin Alexandra Gries, die Beisitzer Karin Tremel, Martina Spörlein, Marcus Kreuzer und Sandra Zöller seien tragende Säulen des Vorstands, stellte er anerkennend fest.
Ganz besonders dankten Friedla, Kreuzer und Gries dann den Mitgliedern , die 1996 den Verein sozusagen wiederbelebt haben. Dann zeichneten sie die folgenden Mitglieder für drei Jahrzehnte Treue zum Kutscherverein aus: Otto Betz, Steffen Dittmann, Sebastian Dreßel, Bernhard Kasper, Georg Kreuzer, Marcus Kreuzer, Ingmar Michel, Marion Seebauer und Heribert Zweig. Auch die nicht Anwesenden Hans Helldorfer und Hermann Müller wollte Friedla erwähnt haben.
Die Geehrten
Es schloss sich die Ehrung für 25 Jahre Vereinstreue an: Ursula Betz, Alexandra Gries, Doris Horndasch, Helmut Horndasch, Thomas Kessler , Ulla Klepke, Jürgen Klepke, Ulla Michel, Wolfgang Mummer, Wolfgang Nagl, Jeffrey Westney, Marco Zweig. Ebenfalls 25 Jahre dabei, aber nicht anwesend waren Hedwig und Gerold Ankenbrand, Peter Fischer , Walter Holland, Hans-Georg Mixa, Helga Rühr, Franz und Stefan Schmittlutz, Sandra und Norbert Storath sowie Petra und Oswald Schor. Für die Geehrten gab es Präsente mit Vereinswappen. Abschließend wies Friedla auf den Jubiläumsstammtisch am Donnerstag, 18. Juni, im Bamberger Fäßla-Keller hin, zu dem auch die langjährigen Mitglieder Petra und Oswald Schor aus Spanien erwartet werden. Interessierte dürfen sich gerne ab 18.30 Uhr dazugesellen. red