Bamberg — In der jüngsten Sitzung des Bau- und Wirtschaftsausschusses unter Leitung von Landrat Johann Kalb ( CSU ) wurden zwei weitere Straßenbaumaßnahmen auf den Weg gebracht. So sollen die Ortsdurchfahrt von Lich­teneiche, die Kreisstraße BA 4 und die Kreisstraße BA 45 zwischen Oberköst und Unterköst saniert werden.

Die Kreisstraße BA 4 beginnt in Gundelsheim, führt durch den Ortsteil Lichteneiche der Gemeinde Memmelsdorf und endet südlich an der St 2190. Sie dient als Anbindung an das übergeordnete Straßennetz zur St 2190 zur A 73 und stellt so eine wichtige Zubringerstraße zum überörtlichen Verkehrsnetz dar. Innerhalb der Ortsdurchfahrt Lichteneiche zeigen Kreisstraße und Gehsteige deutliche Schäden mit Unebenheiten, Setzungen und Rissen. Defizite gibt es darüber hinaus für die Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger .

Die Verkehrsbelastung der Kreisstraße beträgt laut einer Verkehrszählung (2015) 4851 Fahrzeuge am Tag.

Michael Dotterweich vom kreiseigenen Tiefbau erläuterte die geplante Baumaßnahme , die die Erneuerung der Fahrbahn und der Gehsteige und teilweise des Geh- und Radweges umfasst. Es werden 910 Meter ausgebaut. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit werden zwei Querungshilfen und eine Lichtsignalanlage für Fußgänger ergänzt sowie die Anforderungen für die Barrierefreiheit erfüllt. Der Übergang vom Radweg in den Mischverkehr wird verkehrssicher gestaltet.

Die Maßnahme ist eine Gemeinschaftsmaßnahme mit der Gemeinde Memmelsdorf. Das Oberflächenwasser der Kreisstraße wird dem gemeindlichen Kanalnetz zugeleitet. Hierfür leistet der Landkreis einen Kostenbeitrag an die Gemeindewerke Memmelsdorf.

Die Baukosten wurden mit ca. 2,45 Millionen Euro veranschlagt. Fördermittel sind bereits beantragt worden. Von der Regierung von Oberfranken kam bereits die Zusage, dass die Baumaßnahme im Förderprogramm 2021 berücksichtigt und mit einer 60-prozentigen Förderung der anrechenbaren Kosten zu rechnen ist. Der Kostenanteil des Landkreises für den Ausbau der Kreisstraße beträgt ca. 1,85 Millionen Euro und jener der Gemeinde Memmelsdorf rund 600 000 Euro. Die benötigten Finanzmittel sind im Haushalt 2021 vorgesehen. Die Ausführung der Baumaßnahme soll im Juni 2021 beginnen und die Fertigstellung ist bis Jahresende 2022 geplant.

Dotterweich erläuterte, dass die Planungen mit dem Radverkehrskonzept abgeglichen wurden. Die BA 4 ist als Regionalroute für den Alltagsradverkehr und die BA 45 im Ergänzungsnetz enthalten. Bei Wegbreite, Zustand, Belag, Wegführung und Verkehrssicherheit ist man hier im sicheren Bereich.

Kreisrat Albert Deml (Grünes Bamberg) monierte das Fehlen eines Radfahr- oder Schutzstreifens bei den Planungen. Diese seien aufgrund der dafür erforderlichen Fahrbahnbreiten, so Dotterweich, nicht realisierbar. Er verwies dagegen auf die erheblichen Verbesserungen der Sicherheit für den Radverkehr . Dies gilt ebenso für die Fußgänger , denn die Übergänge werden barrierefrei, mit Bodenindikatoren, Aufmerksamkeitsfeldern und Richtungsplatten hergestellt.

Kein Radweg vorgesehen

Matthias Meister erklärte die geplanten Maßnahmen für den Ausbau der Kreisstraße BA 45 zwischen Oberköst und Unterköst. Seit den 70er Jahren fand demnach kein grundlegender Ausbau mehr statt.

Dieser Abschnitt ist in einem sehr schlechten Zustand mit starken Verformungen und Setzungen. Neuere Verkehrszählungen liegen nicht vor. 2015 zählte man 250 Fahrzeuge pro Tag. Der Fahrbahnaufbau entspricht nicht den aktuellen Erfordernissen. Die geplante Baumaßnahme auf rund 2,2 Kilometer auf der freien Strecke umfasst daher die komplette Erneuerung des ungebundenen Oberbaus als auch des Asphaltoberbaus. Dadurch werden die Tragfähigkeit und die Frostsicherheit erhöht, Unebenheiten beseitigt und eine griffige Oberfläche hergestellt.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ist Meister zufolge die Herstellung ausreichend breiter und standfester Bankette sowie in engen Innenkurven auch eine geringfügige Verbreiterung der Fahrbahn geplant. Im Zuge dieser Maßnahme wird ein stark geschädigtes Brückenbauwerk, welches gleichzeitig als Überlaufwerk des angrenzenden Schlosssees dient, abgebrochen. Als Ersatz stehen zukünftig ein großer Rohrdurchlass und ein separates Überlaufwerk zur Verfügung. Es ist darüber hinaus vorgesehen, für den Markt Burgebrach einen unbefestigten Gehweg zwischen dem Ortsrand Oberköst und dem ca. 220 Meter entfernten Friedhof anzulegen. Neben einem Weiher bei Unterköst ist die Errichtung eines stationären Amphibienschutzsystems mit zwei Querdurchlässen geplant.

Die Kosten sind mit rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt worden. Fördermittel wurden aufgrund der bestandsnahen Erneuerung unter Beibehaltung der Trassenführung nicht in Aussicht gestellt. Die Bauausführung soll im Rahmen einer Vollsperrung im zweiten Halbjahr 2021 erfolgen. Aufgrund der geringen Verkehrsdichte ist kein straßenbegleitender Radweg vorgesehen.