Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Mittelehrenbach und Dobenreuth sorgt im Gemeinderat Leutenbach für eine hitzige Debatte, die inzwischen auch Bürger auf den Plan ruft. Auslöser der Diskussion ist der Antrag einer Anliegerin, die eine komplette Sperrung der Straße fordert.

Aktuell gleicht die Strecke einer verkehrsrechtlichen Posse: Wer von Mittelehrenbach kommt, darf die Straße mit Fahrzeugen bis zu drei Tonnen befahren. Aus der Gegenrichtung von Dobenreuth kommend versperrt jedoch ein absolutes Durchfahrtsverbot ( Verkehrszeichen 250) die Weiterfahrt.

Um diesen Widerspruch aufzulösen, schlug die Polizei nach einem Ortstermin vor, die Straße beidseitig für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr zu sperren ( Verkehrszeichen 260) und nur für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr freizugeben. Damit sollen Spaziergänger und Radfahrer geschützt werden.

Gegen diese Pläne regt sich jedoch massiver Widerstand im Ratsgremium. Die Gemeinde würde bei einer Sperrung den Anspruch auf zustaatliche Zuschüsse für den Straßenunterhalt verlieren. Ulrich Galster sprach sich vehement gegen die Sperrung aus: „Denn egal, welche Schilder wir da hinstellen, die fahren trotzdem durch. Und am Ende bekommen wir kein Geld mehr für den Unterhalt.“ „Das grenzt schon an einen Schildbürgerstreich“, kommentierte der Zweite Bürgermeister Igor Lamprecht das Schilder-Wirrwarr.

Hendrik Rässler konstatierte der Straße einen „grottenschlechten Zustand“. Und wie er beobachtet habe, fahren auch viele Wohnmobile durch – Navigations-Tourismus.

Es gab jedoch auch Befürworter der Polizeilösung und des Anlieger-Antrags. Jürgen Stöhr plädierte dringend für eine einheitliche Lösung mit der Nachbargemeinde Pinzberg. Er rechnete vor: Im Vergleich zur regulär ausgebauten Straße sei dieser Weg lediglich eine Abkürzung von 1300 Metern. Stöhr sprach sich dafür aus, die Straße wie von der Polizei vorgeschlagen zu sperren – dies sei am Ende auch für die Natur von großem Vorteil.

Zusätzlichen Zündstoff erhielt die Sitzung durch die neu eingeführte Bürgerfragestunde. Der ehemalige Gemeinderat Raimund Dörfler erhob dabei schwere Vorwürfe gegen die Finanzpolitik der vergangenen Jahre.

Der Gemeinderat nahm den Antrag letztlich zur Kenntnis. Die Verwaltung ist nun beauftragt, nach Rücksprache mit der Gemeinde Pinzberg ein Konzept zu erarbeiten, das den Spagat zwischen Bürgerschutz, Naturschutz und den Gemeindefinanzen meistert.