1997 wurde der Abschluss einer Fördervereinbarung zwischen dem Landkreis Bamberg, der Stadt Bamberg und dem Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg gebilligt. Darin verpflichtete sich der Caritasverband , für den Landkreis und die Stadt Bamberg eine Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern ( Erziehungsberatungsstelle ) mit Sitz in Bamberg zu unterhalten. Die Beratungsstelle steht allen Bevölkerungskreisen, unabhängig von ihrer religiösen, politischen oder weltanschaulichen Auffassung, offen.

Der Landkreis und die Stadt Bamberg gewähren dem Träger der Beratungsstelle die Übernahme von 90 Prozent der tatsächlichen Kosten, abzüglich des jeweiligen staatlichen Förderungsbetrages, und 50 Prozent der laufenden sonstigen Personal- und Sachkosten . Der Ausgleich zwischen Landkreis und Stadt untereinander erfolgt nach der Anzahl der von der Beratungsstelle im abgeschlossenen Jahr betreuten Personen und der örtlichen Zuständigkeit für diese. Die Fördervereinbarung kann von jedem Beteiligten unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von zwei Jahren zum Ende des Kalenderjahres gekündigt werden. Der Landkreis hat 2019 247 505,85 Euro, 2020 288 516 Euro und 2021 eine Abschlagszahlung von 269 000 Euro an die Beratungsstelle überwiesen, wobei die Endabrechnung noch aussteht.

Bei einer gemeinsamen Besprechung im April 2021 wurde vonseiten des Caritasverbandes mitgeteilt, dass die bisherige Förderhöhe auf Dauer nicht ausreiche und das Defizit nicht weiter ausgeglichen werden könne. Die Zahlungen aus der Kirchensteuer seien erheblich eingebrochen und die Kirche daher gezwungen, alle Leistungen auf den Prüfstand zu stellen. Zudem entspreche die Förderhöhe von 50 Prozent hinsichtlich der Sachkosten und der Kosten für das staatlich nicht geförderte Personal nicht mehr den gegenwärtigen Förderquoten.

Stadt und Landkreis Bamberg haben den bestehenden Vertrag mit dem Träger der Beratungsstelle mittlerweile gekündigt. Für die Übergangszeit bis Ende 2023 sollen die Zuschüsse an den Träger angehoben werden. So beschloss es der Kreisausschuss, vorbehaltlich der Tatsache, dass die Stadt Bamberg ihre Fördersätze in gleicher Weise erhöht, jetzt einstimmig. Nach Abstimmungsgesprächen wurde festgelegt, dass eine Anhebung des Förderbetrages für die Sachkosten und die Kosten für das staatlich nicht geförderte Personal von 50 auf 70 Prozent erfolgen soll. Dieser Fördersatz liegt im Rahmen der bei anderen Erziehungsberatungsstellen üblichen Förderhöhen.

Die Erhöhung von bisher 50 auf 70 Prozent der sonstigen Personal- und Sachkosten bedeutet für den Landkreis Bamberg in den Haushaltsjahren 2022 und 2023 einen geschätzten Mehraufwand von jeweils rund 21 000 Euro. Der Jugendhilfe-Ausschuss hatte dieser Vorgehensweise einschließlich der Mittelerhöhung bereits bei seiner jüngsten Sitzung zugestimmt.

Wer übernimmt die Trägerschaft?

Stadt und Landkreis Bamberg werden im zweiten Quartal 2022 sowohl mit dem bisherigen Träger als auch mit weiteren möglichen Interessenten Kontakt aufnehmen, um zu ermitteln, zu welchen Konditionen sie zu einer Übernahme der Trägerschaft bereit wären. Ferner soll geprüft werden, ob durch einen neuen Träger auch eine aufsuchende oder dezentrale Beratung geschaffen werden könnte. asp