Mit einem würdigen Festkommers hat die Freiwillige Feuerwehr ihr Jubiläumsjahr anlässlich des 150-jährigen Bestehens eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Politik und Feuerwehrwesen sowie viele Bürger waren in die Turnhalle der Don-Bosco-Schule gekommen, um gemeinsam auf eine beeindruckende Geschichte ehrenamtlichen Engagements zurückzublicken.
Der Abend begann nach einem Sektempfang musikalisch mit dem Blechensemble der Ebrachtaler Musikanten . Im Anschluss begrüßte Vorsitzender Pascal Martin die Gäste und führte durch den Abend.
In den Grußworten würdigten dann Schirmherr Johannes Maciejonczyk und andere Festredner die herausragende Bedeutung der Feuerwehr für die Gesellschaft. Immer wieder wurde das Engagement der Stappenbacher Wehr hervorgehoben, deren Mitglieder rund um die Uhr bereitstünden, um Hilfe zu leisten. Ebenso fanden die Familien und Arbeitgeber Anerkennung, die dieses Ehrenamt mittragen.
Ein zentraler Bestandteil des Abends war der Rückblick auf die 150-jährige Geschichte der Feuerwehr. In einer Präsentation wurde die Entwicklung der Wehr von ihrer Gründung im Jahr 1876 bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Besonders sichtbar wurde dabei der technische Fortschritt von den frühen Spritzenwagen über Tragkraftspritzenanhänger und Tragkraftspritzenfahrzeuge bis hin zum künftig erwarteten Löschgruppenfahrzeug LF 10.
Auch die Entwicklung der Feuerwehrhäuser und Unterbringungsmöglichkeiten der Geräte spiegelte den stetigen Wandel wider.
Eine lebensgefährliche Aktion
Einen besonders bewegenden Moment erlebten die Gäste während der Ausführungen des Kommandanten Georg Dreßel. Als er den wohl gefährlichsten Einsatz in der Geschichte der Stappenbacher Wehr schilderte, wurde es mucksmäuschenstill im Saal. Seine Erzählung führte zurück in die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs, als Stappenbach unter Artilleriebeschuss geriet und mehrere Gebäude in Flammen standen – darunter auch das Anwesen von Kaspar Denzler. Trotz Lebensgefahr gelang es den Feuerwehrleuten damals, den Brand zu bekämpfen und wertvolle Kirchenfiguren zu retten.
Im Anschluss daran ging Vorsitzender Pascal Martin auf die Entwicklung des Feuerwehrvereins ein und spannte damit den Bogen von der aktiven Wehr hin zum Vereinsleben und dessen Bedeutung für die Dorfgemeinschaft.
Im Rahmen des Abends wurde zudem Kreisbrandmeister Sascha Martin für sein langjähriges Engagement in der Stappenbacher Wehr geehrt.
Auch die Bedeutung der Zusammenarbeit wurde im Laufe des Abends mehrfach hervorgehoben. Besonders der Löschzug Ost wurde als gelungenes Beispiel für funktionierende Kooperation genannt.
Wie wichtig neben der Einsatzbereitschaft auch die Kameradschaft ist, zeigte sich bei den Grußworten der Patenwehren aus Ober-/Unterharnsbach und Unterneuses. Bei der Übergabe ihrer Geschenke wurde die enge Verbundenheit deutlich. Überreicht wurden zwei massive, von den Patenwehren selbst gravierte Sitzbänke, ein ebenso massiver Holztisch aus Lärche sowie ein kunstvoll gestalteter Fünf-Liter-Bierstutzen aus Holz mit Gravur. Das Motto „Feuerwehr Ost – Prost“ brachte dabei die Verbindung von Zusammenarbeit und Geselligkeit treffend auf den Punkt.
Musikalisch wurde der Festkommers vom Blechensemble der Ebrachtaler Musikanten umrahmt.
Zum Abschluss erklang das Stück „Der schönste Tag in meinem Leben“ – ein Titel, der treffender kaum hätte gewählt werden können und den festlichen Charakter des Abends eindrucksvoll unterstrich.
Nach dem offiziellen Teil klang der Abend bei einem fränkischen Essen mit Schäuferla und Kloß aus, bevor in den geselligen Teil übergegangen wurde.
Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Gäste gemeinsam den Geburtstag ihrer Feuerwehr.
Mit dem Festkommers ist der Auftakt für ein Jubiläumsjahr gelungen, das nicht nur die lange Tradition der Feuerwehr Stappenbach würdigt, sondern vor allem den Wert des Ehrenamts und des Zusammenhalts in den Mittelpunkt stellt. Bernd Dreßel