Eigentlich wollte die Feuerwehr Nassach am Sonntag ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Überschattet wurden die Feierlichkeiten jedoch von einem Wohnhausbrand in der Nacht zum Sonntag. In dem rund 230 Einwohner zählenden Aidhäuser Ortsteil waren die Einsatzkräfte bis in die frühen Morgenstunden gefordert.
Dennoch ließen sie es sich nicht nehmen, das Jubiläumsprogramm wie geplant durchzuführen. Den offiziellen Auftakt bildete ein Gottesdienst und der Bieranstich mit Bürgermeister Thomas Wagenhäuser, dem stellvertretenden Landrat Alexander Bergmann, Landtagsabgeordnetem Steffen Vogel sowie dem früheren Bürgermeister Dieter Möhrig.
In ihren Grußworten würdigten sie das große ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, die sich an 365 Tagen im Jahr für die Sicherheit der Bevölkerung einsetzen. Gerade der nächtliche Brandeinsatz habe einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar die Feuerwehr für den ländlichen Raum sei.
Im Anschluss stand eine Schauübung zur Technischen Hilfeleistung auf dem Programm. Gezeigt wurde die schonende Rettung einer eingeklemmten Person aus einem Unfallfahrzeug.
Und noch ein Alarm
Eigentlich hätten die Feuerwehren Aidhausen und Hofheim die Übung übernehmen sollen. Doch ausgerechnet zur gleichen Zeit wurden beide Wehren zu einem Dachstuhlbrand im Riedbacher Ortsteil Humprechtshausen alarmiert und konnten deshalb nicht nach Nassach kommen. Kurzfristig sprang die Feuerwehr Stadtlauringen aus dem benachbarten Landkreis Schweinfurt ein und demonstrierte den Zuschauern die technische Rettung.
Nassachs Kommandant Michael Schobert lobte die hervorragende Zusammenarbeit über die Landkreisgrenze hinweg. Diese bewähre sich nicht nur bei gemeinsamen Übungen, sondern ebenso bei Einsätzen im Ernstfall.
Auf eine bewegte Geschichte kann die Nassacher Wehr inzwischen zurückblicken. Bereits 1871 beschaffte die Gemeinde eine neue vierrädrige Feuerspritze für 850 Gulden, zwei Jahre später entstand ein eigenes Spritzenhaus. Als offizielles Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr gilt 1876. Ein Großbrand im Jahr 1949 machte deutlich, dass die damalige Handdruckspritze den Anforderungen nicht mehr gewachsen war. Als Konsequenz wurde bereits 1950 eine gebrauchte Motorspritze angeschafft. Mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses im Jahr 1980 und dessen Erweiterung in Eigenregie im Jahr 2007 stellte die Wehr wichtige Weichen.