Mit Bodh'aktan und The Real McKenzies aus Kanada und The Rumpled aus Italien hatte das Shamrock Castle Festival nicht nur was die Bands betrifff, internationalen Flair. Auch im Publikum kamen die Besucher nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus Italien und Kanada in die Fränkische Schweiz.
Sogar eine Dame aus Südkorea war erstmals beim Festival zu Gast. Sie alle eint eins, die Liebe zur Musik und hier besonders zum Folk. Mit Musik von Celtic bis zum New Folk bietet das von Fiddlers Green geschaffene Festival Jahr für Jahr einen Anziehungspunkt für Musikliebhaber und Festivalbesucher.
Fiddlers Green sind auch die Garanten für die Musikauswahl, die man Jahr für Jahr liebevoll zusammenstellt. Es sind sehr oft Bands, die man während ihrer endlos laufenden Tour durch die Musiklocations der Republik und darüber hinaus kennen und schätzen gelernt hat.
Viele der Besucher sind Wiederholungstäter, es gibt aber auch immer wieder neue Gesichter unter den Gästen, die an diesem Wochenende das Schloss in eine riesige Zeltstadt verwanden. Ausgerüstet mit Grill, Campingkocher und allem, was man zu einem Festivalwochenende so braucht.
Anne Nowak ist so eine, die ihre Freundin Susi dazu überredet hat, mitzukommen. Und die sich sofort in das Festival verliebt hat, Nicht nur wegen der Musik. Auch das ganze Drumherum hat es ihr angetan. Und die ganzen sympathischen Konzertbesucher die das „Festivalerlebnis“ um so viel schöner machen.
So ist – nun bereits zum 15. Mal – ein Kleinod der Festivalszene entstanden, das sich so wohltuend von den großen Musikfestivals wie Rock im Parkt unterscheidet.
Und einige Besonderheiten aufweist, die man nirgendwo anders erleben kann. Eine davon ist das malerische Schloss Jägersburg in Bammersdorf, eine bessere Location hätte man für dieses familiäre Festival gar nicht finden können.
Und wenn am Freitag nach dem Auftritt der ersten Band Salt‘n Tales in den 45-minütigen Umbaupausen an beiden Tagen im Außenbereich des Schlosses die Band O`Malley, die heimlichen Stars des Festivals, aus einem unerschöpflichen Repertoire an Irischen und Schottischen Songs aufspielen, entsteht der schönste Biergarten Oberfrankens. Mit einer einzigartigen Atmosphäre, auf die sich jeder Besucher schon Wochen zuvor freut, weitab einer „Oktoberfeststimmung“. Und wenn das Wetter dann auch noch so mitspielt, wie in diesem Jahr mit „Sonne satt“ umso mehr.
Man schaut aber immer wieder musikalisch über den Tellerrand hinaus, so war mit Kornblumenblau eine „female fronted“ Thüringer Punkrockband mit Akkordeon dabei, wie es im Musikjargon heißt.
Auch Frank Wüstenbergs Band Wüstenberg ist so eine Band, die mit ihrem Folkrock jedes Indie und Popmusikveranstaltung bereichern würde.
Am ersten Tag des Festivals war der Auftritt der Italiener von „The Rumpled“ mit ihrem explosiven Mix aus Rock, Folk, Pop und Punk in aller Munde. Gefühlt war Giacomo „Jack“ Merigo, der Sänger der Band, mehr in der Luft als dass er auf der Bühne stand. Der menschliche Flummi mit einer Ausstrahlung irgendwo zwischen den verstorbenen Freddie Mercury und David Bowie war ein Erlebnis für sich.
Da musste sich selbst Fiddlers Green richtig anstrengen, dies bei ihrem gefeierten Auftritt am Samstag noch zu toppen.
Ein Paradebeispiel, was Bands auf sich nehmen, um bei Shamrock Castle Festival dabei zu sein und den Besuchern und Fans ein besonderes Wochenende zu bereiten, ist Tir Nan Og. Sie hatten am 3. Juli noch beim Celtic Musikfestival im französischen Teuillac in der Region Bordeaux teilgenommen – rund 1300 Kilometer entfernt von Bammersdorf. Sie hatten es tatsächlich rechtzeitig geschafft zu kommen, und trotz fehlenden Schlafs einen mitreisenden Auftritt hingelegt.
Und waren zumindest teilweise am Ende des Fiddlers Green-Konzerts, als die Band zu einem gemeinsamen Lied alle verbliebenen Musiker auf die Bühne holte, dabei. Traditionell endet damit das Festival und die Vorfreude auf 2027 beginnt.