Die Ehrenplakette des Deutschen Fußball-Bundes wurde in Anerkennung der 100-jährigen Vereinsgeschichte und vor allem des Engagements so vieler Generationen an den FC Gehülz verliehen. Bei der Übergabe durch Thomas Unger, BFV-Bezirksvorsitzender Oberfranken, und Ulrich Pochmann, BFV-Kreisvorsitzender Kreis Coburg/Kronach/ Lichtenfels, zeigte sich FC-Vorsitzender Martin Bittruf sichtlich gerührt.
Ähnlich erging es ihm bei der Überreichung der Ehrenurkunde für besondere Mitarbeit im Bayerischen Landessportverband (BLSV). Kreisvorsitzender Mario Schmid verwies darauf, dass in Oberfranken derzeit nur 22 weitere Vereins auf diese lange Tradition zurückblicken können, und wünschte dem FC Gehülz weithin „das Glück des Tüchtigen und den Erfolg des Fleißigen“.
Zudem sprachen Christine Graf für die Sparkasse Kulmbach-Kronach und Uwe Detsch für die VR-Bank Oberfranken Mitte Grußworte und übergaben Geldbeträge zur freien Verfügung des Vereins.
Elf Paar Schuhe
Fußballschuhe müssen mit diesem Geld wohl nicht angeschafft werden. Anders sah es 1948 aus: Zu dieser Zeit, wie Vorsitzender Bittruf aus der Chronik berichtete, konnten mit dem Erlös eines Theaterspiels elf Paar Fußballschuhe für den Verein angeschafft werden. In den Wintermonaten spielte man sogar im Saal. Doch auch die größeren Wegpunkte des Vereins zogen Aufmerksamkeit auf sich: Im Verbandsspieljahr 1934/35 wurde mit der damaligen Meisterschaft der Aufstieg von der B- in die A-Klasse geschafft. Bald wurde auch eine Jugendmannschaft gemeldet. Doch der Zweite Weltkrieg hinterließ auch in der Fußballmannschaft der Gehülzer Spuren: Ehemalige Spieler kehrten gar nicht oder erst verspätet heim.
1946 wurde ein neuer Sportplatz gebaut, 1973 ein neues Sportheim eingeweiht. Auf- und Abstiege prägten die weiteren Jahre, ebenso im Jahr 2000 „dunkle Wolken über dem Waldstadion“. Martin Bittruf berichtet von finanziellen und personellen Schwierigkeiten. Gemeinsam mit dem neuen Vorsitzenden Jens Arnold und dem Engagement vieler Mitglieder schaffte der Verein die Kehrtwende, u.a. wurden viele neue und junge Spieler gefunden.
2015, nach erneuten Personalschwierigkeiten, schloss man mit dem FC Kronach 08 eine Spielgemeinschaft.
Wenige Jahre später existiert diese nicht mehr und es kam 2019 zur – von manchen nie für möglich gehaltenen – Spielgemeinschaft mit dem ATSV Gehülz. Nach mehr als sechs Jahrzehnten „Rivalität, mal weniger und fast freundlich, mal sehr intensiv und teilweise nicht zu verstehen und unschön“, wurde es wahr. Ein Dorf, eine Mannschaft. Die jeweils eigene Vereinskultur sollten beide Vereine weiterleben.
Von Pandemie erschüttert
Es dauerte nicht lange, da wurde auch der FC Gehülz von der Corona-Pandemie erschüttert. Doch auch hier zeigte sich, wie der Verein zusammenhält: Ein Spendenaufruf an seine Mitglieder brachte großen Erfolg.
In anderen Zeiten gab der Verein dagegen der Bevölkerung etwas zurück: Durch Spendenaktionen für den örtlichen Kindergarten etwa oder Hilfsaktionen für die Ukraine.
2024 gelang auf dem Haßlachberg dann auch im Jugendbereich der E-, F- und G-Junioren eine zukunftsträchtige Spielergemeinschaft: Gemeinsam mit den Bergvereinen FSV Ziegelerden, SV Seelach und dem ATSV Gehülz entstand die SG Haßlachberg mit einem fünfköpfigen Trainerteam.
Besondere Ehrungen
Während die Jüngsten auf dem Platz hinter dem Festzelt fleißig kicken, erinnern sich sicher einige der Gäste an ihr erstes Tor oder einem Gänsehautmoment an der Seitenlinie. Einige von ihnen können auf viele Jahrzehnte ihrer Mitgliedschaft beim FC Gehülz zurückblicken.
Geehrt wurden daher: 25 Jahre: Mario Engelhart, Christopher Graf, Elvira Graf, Christopher Hofmann, Marek Kisiala, Julian Kolb, Avni Kuqi, Andre Schütz, Christian Seelow und Maximilian Uhl. 40 Jahre: Willibad Bittruf, Josef Lorenz, Dieter Preiß, Alexander Schmidt, Sabine Seelow, Stefan Seelow und Klaus Welscher. 50 Jahre: Winfried Barnickel, Johannes Graf, Thomas Lorenz, Hans-Wilhelm Weber und Ulli Müller.
Zum Ehrenvorsitzenden wurde aufgrund seines langjährigen Engagements an der Spitze des Vereins Jens Arnold ernannt.
Neue Ehrenmitglieder: Gisela Biesenecker, Richard Biniszewski, Dietmar Doppel, Eginof Engelhardt, Hans Haderlein, Ingrid Herzog, Elisabeth Mayer, Hans-Werner Müller, Gerhard Süßmann, Jürgen Wagner und Hans Wittmann.