Im Alter von 94 Jahren ist unlängst der letzte Amtsvorsteher des Postamtes Bamberg , Ernst Pohl , gestorben. Er war in der Stadt eine bekannte Persönlichkeit.

Pohl wurde am 10. Dezember 1927 in Raudnitz an der Elbe (Nordböhmen) geboren. Mit knapp 16 Jahren wurde er im Zweiten Weltkrieg als Flakhelfer eingezogen. Nach der Gefangenschaft in England fand er über Umwege in Bamberg seine aus der Heimat vertriebenen Eltern wieder. Am „Alten Pennal“ (Vorgänger des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums) legte er das Nachkriegsabitur ab. Nach Abschluss des Studiums fand der junge Jurist Anstellung bei der deutschen Bundespost, aus deren Höheren Dienst er 1992 in den Ruhestand verabschiedet wurde. Ernst Pohl war 25 Jahre lang – und damit so lange wie kein anderer vor ihm – Amtsvorsteher des Postamtes Bamberg .

1985 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Bis ins hohe Alter war Pohl in zahlreichen Vereinen aktiv – so in der Christlichen Liga, bei der Ackermanngemeinde und der Kaiser-Heinrich-Gilde. Er war Gründungsmitglied des Rotary-Clubs „Domreiter“.

Viele Jahrzehnte war er Mitglied im Ritterorden „Zum Heiligen Grab in Jerusalem“. Seinen sportlichen Aktivitäten ging er im Postsportverein sowie seit 1966 in der Bamberger Rudergesellschaft nach. red