Bei einem Rundgang vom Kloster Altstadt über das Liebenthal und durch den Wald zurück erklärte Marius Schlereth bei einer Führung des Bund Naturschutz die Welt der Käfer. Diese Welt der Insekten fasziniert nicht nur Erwachsene, sondern schon die Kleinsten. Kein Wunder, dass bei dieser Naturtour viele Kinder dabei waren und gespannt auf dem Boden oder im Gebüsch nach Krabbeltieren suchten.
Wozu braucht es den Regenschirm in Schlereths Tasche bei strahlendem Sonnenschein? Neben dem Kescher ist er ein wichtiges Werkzeug, um Käfer bestimmen zu können. Unter Büschen und Bäumen aufgespannt und an den Ästen gerüttelt, wird dann bestimmt, was in den Schirm gefallen ist…
So fanden sich unter anderem ein Schnellkäfer, der es durch seinen Sprungapparat schafft, wenn er mal auf dem Rücken liegt, wieder auf die Beine zu kommen.
Der Trauerrosenkäfer (Oxythyrea funesta), der früher nur im exponierten Wärmegegenden wie dem Oberrheingraben vorkam, ist nun auch im Saaletal zu finden, da die Klimaerwärmung fortschreitet.
Schlereth berichtete über die unterschiedlichen Lebensweisen der Käfer. So haben viele ihre Flugfähigkeit verloren, wie zum Beispiel einige Arten der Großlaufkäfer (Unterfamilie der Carabinae), bei denen die Deckflügel an der Naht verwachsen sind und das zweite Flügelpaar oft fehlt.
Als wichtiger Baum für Käfer ist aktuell der blühende Weißdorn zu nennen. Dort fielen neben Käfern auch Schmetterlingsraupen in den Schirm und wurden bestimmt.
Insgesamt war die Ausbeute aber nicht groß. Auch an diesem Tag und Ort ist der seit Jahrzehnten voranschreitende Rückgang an Insekten zu erkennen. Intensivierte Landwirtschaft mit Einsatz von Pestiziden, Flächenversiegelung und Verlust an Biotopen sind einige Ursachen. Aber auch der Klimawandel schlägt zu. Dieses Frühjahr war es viel zu trocken. Auch aus diesem Grund waren viel weniger Käfer zu finden.
Das tat aber der Stimmung der kleinen und großen Naturentdecker keinen Abbruch. Denn irgendetwas landet immer im Schirm, ob bei Regen oder bei Sonnenschein.
Elisabeth Assmann
Bund Naturschutz
Kreisgruppe Kissingen