Die Rhön wagt den Ausnahmezustand: Vom 1. bis zum 23. August versinkt das Dreiländereck zwischen Bayern, Hessen und Thüringen in der Finsternis. Was nach einer Krisenmaßnahme klingt, ist in Wahrheit das größte Astronomie-Spektakel der Region: Die siebten Sternenparkwochen starten mit einem Rekordprogramm von rund 150 Veranstaltungen – dem bislang umfangreichsten Angebot seit Bestehen der Aktionswochen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

In sechs Landkreisen setzen das Unesco-Biosphärenreservat Rhön und die Rhön GmbH ein Zeichen gegen Lichtverschmutzung und für den Schutz der natürlichen Nacht. Das Ziel ist die Rückeroberung des Sternenhimmels und der Schutz von Lebensraum. „Die Sternenparkwochen sind weit mehr als ein touristisches Erlebnis; sie sind ein Appell an uns alle“, betont Ramona Zimmer Projektleiterin der Rhön GmbH. „Mit jeder Lampe, die wir bewusst ausschalten, retten wir ein Stück echte Nacht und schützen damit die Biodiversität sowie die Lebensräume von Tieren, Pflanzen und Menschen“.

Sonnenfinsternis erleben

Ein Highlight des Sommers ist das Spiel von Licht und Schatten am Firmament unter dem Motto „Sonnenfinsternis und Chill-Out“. Die Rhön bietet hierfür spektakuläre Logenplätze: So kann man die Sonnenfinsternis auf dem Radom der Wasserkuppe erleben oder an Führungen unter dem Motto „Sterne und Wein“ teilnehmen: In der Bayerischen Rhön werden spezielle Führungen angeboten, die die Sonnenfinsternis mit regionalem Genuss oder der Beobachtung von Sternschnuppen kombinieren.

Zudem versprechen die Sternschnuppenführungen zu den Perseiden magische Augenblicke. Insgesamt sind etwa 30 Prozent der Angebote barrierearm gestaltet, informiert das Biosphärenreservat Rhön.

Vom 7. bis 9. August wird es ernst: Bei der Aktion „Licht aus, Sterne an!“ schalten zahlreiche Rhöner Kommunen die öffentliche Beleuchtung zeitweise komplett ab. Dieser Schritt soll die natürliche Nacht in ihrer vollen Intensität erlebbar machen und ein deutliches Statement für den Naturschutz setzen. Die Besucher erwartet eine Rhön, noch dunkler als sie bereits ist: still, lichtlos und unter einem funkelnden Sternenmeer.

Das Programm der Sternenparkwochen ist vielseitig. Das Spektrum reicht von Himmels-Pilates und Yoga unter freiem Himmel bis hin zu nächtlichen Exkursionen mit dem Ultraschall-Detektor, um Fledermäuse aufzuspüren. Wer das Abenteuer sucht, kann bei der Veranstaltung „Stille. Sterne. Schafe.“ sogar bei einer Schafherde übernachten oder im „Rhöner Sternenwagen“ Nächte mit Panoramablick genießen.

Viele der exklusiven Angebote, wie „Alpakas, Wein und Sternschnuppen“ oder Astrofotografie-Kurse, sind erfahrungsgemäß schnell ausgebucht. Das vollständige Programm ist unter rhoen.info/sternenparkwochen veröffentlicht.  red