Gleich zweimal durfte die Stadtbibliothek Hammelburg den beliebten Kinder- und Jugendbuchautor Jochen Till begrüßen – und beide Lesungen sorgten für jede Menge Lachen und begeisterte Zuhörer, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Am Vormittag stand für die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen der Mittelschule sowie der Saaletalschule der höllisch unterhaltsame „Luzifer junior“ im Mittelpunkt. In der Geschichte geht es um Luzifer junior, den Sohn des Teufels, der eigentlich viel zu lieb für die Hölle ist. Damit er endlich lernt, wie man richtig gemein wird, schickt ihn sein Vater zum Praktikum auf die Erde – genauer gesagt ins Sankt-Fidibus-Internat für Knaben.

Dort soll sich Luzie von seinen Mitschülern abschauen, wie man ordentlich böse wird. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn Luzie ist eigentlich herzensgut. So findet er beispielsweise, dass die Metalfans aus der Strafabteilung seines Vaters wirklich keine Volksmusik zur Strafe verdient haben. Und überhaupt: Wie ernst kann man einen Teufel nehmen, der mit moderner Technik völlig überfordert ist und nicht einmal ein ordentliches Selfie zustande bringt?

Mit viel Witz, spontanen Einfällen und großem schauspielerischem Talent schlüpfte Jochen Till während der Lesung in verschiedene Rollen und brachte die Schülerinnen und Schüler immer wieder zum Lachen.

Auch seine humorvolle Selbstbeschreibung kam bestens an. Über sich selbst schreibt der Autor: „Jochen Till, geboren 1966 in Frankfurt am Main, sitzt seit nunmehr 20 Jahren in der Hölle in Abteilung 66 (Schriftsteller und andere Lügenerfinder), von Luzifer höchstpersönlich dazu verdonnert, Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Was der Teufel allerdings nicht weiß: Er fühlt sich pudelwohl dort unten und hat höllischen Spaß dabei.“

Am Nachmittag wurde es etwas ruhiger – aber keineswegs weniger lustig. Bei der Lesung für Grundschulkinder stand vor allem das Buch „Die höchstfamose Zooschule“ im Mittelpunkt, das 2023 mit dem dritten Platz des Kinderbuchpreises ausgezeichnet wurde.

In der turbulenten Zooschule geht am ersten Schultag alles drunter und drüber: Gorillajunge Gonzo verliert im Trubel seine Eltern, Stinktier Skottie landet versehentlich in der Pinguin-Klasse und Giraffe Gino mit dem kurzen Hals überrascht alle beim Limbotanzen. Gleichzeitig versucht der zerstreute Direktor Lernegern verzweifelt, den Überblick über eintausendeinhundertundeine wichtige Aufgaben zu behalten.

Mit viel Gefühl für Situationskomik, lebendiger Stimme und großer Spielfreude verstand es Jochen Till auch hier, die Kinder mitzureißen und die Figuren zum Leben zu erwecken.

Die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer hatten bei beiden Veranstaltungen sichtlich Spaß – und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Stadtbibliothek Hammelburg den sympathischen Autor begrüßen durfte, heißt es in der Mitteilung weiter.

Gefördert wurden die Lesungen von „Bayern liest“. red