Zwei Tage lang feierte die Reservistenkameradschaft Machtilshausen ihr 50-jähriges Vereinsjubiläum. Während am ersten Tag am Vereinsheim beziehungsweise auf dem ehemaligen Schulhof der Ehrenabend mit Ehrungen und einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte im Mittelpunkt stand, war der zweite Tag dem Gedenken und der Kameradschaft gewidmet.

Bereits zum Ehrenabend herrschten bei annähernd 40 Grad Rekordtemperaturen. Die Hitze sorgte zwar dafür, dass weniger Gäste kamen als erwartet, der würdigen Feier und der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. Im Mittelpunkt stand die beeindruckende Erfolgsgeschichte einer der erfolgreichsten Reservistenkameradschaften auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Gegründet wurde die Reservistenkameradschaft Machtilshausen am 5. Februar 1976 von Peter Gessner, Helmut Rohner, Rudi Dees, Ludwig Gass, Franz-Peter Wolf, Burkhard Fenn, Georg Zier, Gerold Remling, Herbert Barisch und Peter Eichhorn.

Schon bald beteiligte sich die junge Kameradschaft an militärischen und zivilen Veranstaltungen sowie an Reservistenwettkämpfen. Die ersten Jahre waren noch von bescheidenen Erfolgen geprägt. Bei Wettkämpfen mit oftmals mehr als 35 Mannschaften sammelten die Machtilshäuser zunächst wertvolle Erfahrungen. Doch mit Ehrgeiz, Disziplin und konsequentem Training begann der sportliche Aufstieg. Der Durchbruch gelang 1989 mit dem dritten Platz beim Landeswettkampf in Ingolstadt.

Von Sieg zu Sieg

Von da an gehörte die RK Machtilshausen über zwei Jahrzehnte zu den erfolgreichsten Reservistenkameradschaften Deutschlands. Höhepunkte waren die Siege beim Bundeswettbewerb 1990 und 1992, weitere Podestplätze auf Bundesebene sowie zahlreiche Spitzenplatzierungen bei Landes-, Wehrbereichs- und Bezirkswettkämpfen. Besonders beeindruckend ist die Serie von 17 Bezirksmeistertiteln in Folge von 1991 bis 2003. Auch beim Landesschießen und beim Tag der Infanterie in Hammelburg errangen die Machtilshäuser erste Plätze. Mehrere Mitglieder wurden aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in die Rommelmannschaft sowie in die internationalen Auswahlmannschaften von CIOR und AESOR berufen.

In seinem Rückblick erinnerte Vorsitzender Walter Schultheis an die bewegte Vereinsgeschichte. Sein Leitsatz brachte das Erfolgsrezept der Reservistenkameradschaft auf den Punkt: „Erfolg hat drei Buchstaben: Tun.“ Hinter den außergewöhnlichen Erfolgen stünden Ziele, Wille, Trainingsfleiß, Disziplin, sportliche Leistungsbereitschaft, Wissen, Konzentration und vor allem eine außergewöhnlich starke Kameradschaft. Seit der Vereinsgründung erreichte die RK Machtilshausen bei Wettkämpfen durchschnittlich den hervorragenden 1. Platz.

Großen Dank sprach Schultheis den zahlreichen Unterstützern aus. Besonders würdigte er die Patenkompanie 3./351 mit Spieß Oberstabsfeldwebel a. D. Fritz Metzger, die die Reservistenkameradschaft über viele Jahre mit Material und Personal unterstützte.

Ebenso dankte er der KTS I sowie zahlreichen Ausbildern und Verantwortlichen, darunter dem damaligen Schießlehrer und Leiter des Fachmedienzentrums Klaus Brettschneider, die mit ihrer fachlichen Unterstützung maßgeblich zum sportlichen Erfolg beitrugen.

Sein Dank galt außerdem der Marktgemeinde Elfershausen und allen Vereinsmitgliedern, die ihren Anteil an dieser außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte hatten. Seit 1986 verbindet die Reservistenkameradschaft Machtilshausen eine enge Patenschaft mit der Reservistenkameradschaft Schwebenried. Diese langjährige Freundschaft wird bis heute gepflegt und steht beispielhaft für gelebte Kameradschaft über Ortsgrenzen hinweg. Neben den sportlichen Erfolgen engagiert sich die Reservistenkameradschaft seit Jahrzehnten aktiv im Gemeindeleben. Sie beteiligt sich regelmäßig an Volkstrauertagen, Marktfesten und zahlreichen örtlichen Veranstaltungen.

Das Vereinsheim in der Alten Schule entstand im Jahr 2002 in Eigenleistung mit Unterstützung der Marktgemeinde Elfershausen und bildet bis heute den Mittelpunkt des Vereinslebens. Auch soziales Engagement gehört zum Selbstverständnis des Vereins. Gemeinsam mit dem Verein Eltmann-Shatte e. V. unterstützten mehrere Mitglieder nach der Flutkatastrophe im Ahrtal drei betroffene Familien jeweils rund eine Woche lang mit ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen und teilweise auch mit eigenen finanziellen Mitteln.

Fahne restauriert

Ein besonderes Stück Vereinsgeschichte ist die historische Fahne der Reservistenkameradschaft. Sie wurde bereits 1906 erstmals erwähnt, 1932 versteckt und nach der Gebietsreform im ehemaligen Gemeindelager wiederentdeckt. Anschließend wurde sie aufwendig restauriert und wird bis heute mit großem Respekt in Ehren gehalten.

Im Mittelpunkt des Ehrenabends standen auch langjährige Mitglieder. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Peter Eichhorn, Ludwig Gass, Rudolf Hepp und Franz-Peter Wolf ausgezeichnet. Winfried Mützel erhielt die Ehrung für 40 Jahre Vereinstreue. Die vier Gründungsmitglieder erhielten eine Ehrenurkunde sowie einen Jubiläumsbierkrug. Ludwig Gass wurde darüber hinaus für seine besonderen Verdienste zum Ehrenmitglied der Reservistenkameradschaft Machtilshausen ernannt. Auch am zweiten Festtag herrschte nahezu glühende Hitze. Dennoch versammelten sich zahlreiche Teilnehmer zur Totenehrung am Kriegerdenkmal. Gemeinsam mit den Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehr Machtilshausen sowie der Reservistenkameradschaften aus Ostheim vor der Rhön und Gerolzhofen gedachten sie der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Die feierliche musikalische Umrahmung übernahm die Musikvereinigung Machtilshausen und verlieh der Gedenkfeier einen würdevollen und bewegenden Rahmen.

In seiner Ansprache erinnerte Vorsitzender Walter Schultheis daran, dass Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit seien. Er gedachte der Opfer der beiden Weltkriege, der Opfer von Terror, Gewalt, Vertreibung und politischer Verfolgung sowie der im Auslandseinsatz ums Leben gekommenen Soldatinnen und Soldaten und Einsatzkräfte. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage mahnte er, Verantwortung für Demokratie, Menschenrechte und Frieden zu übernehmen. Frieden brauche Menschen, die sich für Versöhnung einsetzen und die Erinnerung an die Opfer wachhalten.

„Frieden braucht Menschen. Frieden braucht Vereine, die das Andenken bewahren, ihn einfordern und für unsere Werte eintreten“, betonte Schultheis. Als äußeres Zeichen der Verbundenheit legte die Reservistenkameradschaft einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Heinrich Starrach im Namen der Marktgemeinde Elfershausen der Reservistenkameradschaft für ihr jahrzehntelanges Engagement im Vereins- und Dorfleben. Er würdigte die außergewöhnlichen nationalen und internationalen Erfolge der Reservisten und hob hervor, dass Kameradschaft, Verantwortungsbewusstsein und ehrenamtlicher Einsatz gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je seien und keineswegs als selbstverständlich angesehen werden dürften. Zum Abschluss dankte Walter Schultheis allen Vereinsmitgliedern, Freunden und Gönnern, den zahlreichen Helferinnen und Helfern, den zahlreichen Kuchenbäckerinnen, sowie der gesamten Vorstandschaft für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Vorbereitung und Durchführung des Jubiläumsfestes.

Mit einem gemütlichen Beisammensein klang das Jubiläumswochenende aus. Es zeigte eindrucksvoll, dass die Reservistenkameradschaft Machtilshausen seit 50 Jahren nicht nur sportlich zu den erfolgreichsten Reservistenkameradschaften Deutschlands zählt, sondern auch ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Machtilshausen und der Marktgemeinde Elfershausen ist – geprägt von Kameradschaft, Verantwortungsbewusstsein, Heimatverbundenheit und ehrenamtlichem Engagement.

Dieter Densch