Die dritte Sitzung des Gemeinderates stieß bei der Bevölkerung auf wenig Interesse. Nur wenige Zuschauer fanden sich bei drückender Hitze im Sitzungssaal ein.

Der erste Tagesordnungspunkt war die Baugenehmigung einer Doppelgarage mit Apartment in Rothhausen. Da die Planung vom Bebauungsplan „Unterer Berg“ abwich musste das Gremium der Befreiung bezüglich der Abweichungen zustimmen. Da alle Nachbarschaftsunterschriften vorlagen und die Abweichungen eher gering waren (geänderte Dachneigung und farblich andere Dacheindeckung)stimmte der Gemeinderat den Befreiungen vom Bebauungsplan einstimmig zu.

Kein genehmigter Haushalt

Zweiter Tagesordnungspunkt war der Antrag des Caritasverbands Bad Kissingen auf einen Zuschuss von 501 Euro, um bedürftige Menschen zu unterstützen. Die Summe ergibt sich aus der Anzahl der Einwohner in der Gemeinde. Pro Einwohner rechnet der Verband mit 0,50Euro.

Marcus Stürmer gab zu bedenken, dass die Gemeinde aktuell noch keinen genehmigten Haushaltsplan hat und somit eigentlich keine Ausgaben machen kann. Nur Projekte die bereits 2025 begonnen wurden, könnten fortgesetzt werden.

Der von der VG Maßbach als Schriftführer anwesende Kämmerer Michael Weigand erklärte dem Gremium, dass in der VG Maßbach andere Projekte vorgezogen werden mussten, um nicht wichtige Subventionen und Zuschüsse zu verlieren. Dass die Haushaltsplanung nicht rechtzeitig zum 1. Januar 2026 erfolgen konnte, sei eine Problematik die fast alle Gemeinden im Landkreis Bad Kissingen haben.

Mit Hilfe des Paragrafen 69 zur vorläufigen Haushaltsführung wäre die Gemeinde dennoch in der Lage, zwingend notwendige Beschaffungen und laufende Kosten zu decken. Man befinde sich nicht in einem „Blindflug“, da man auf Grund von Erfahrungswerten der vergangen Jahre den Kostenrahmen einschätzen könne.

Für die Erstellung der Haushaltsplanung veranschlagt der Kämmerer einen Zeitraum von vier bis fünf Wochen. Ein gültiger verabschiedeter Haushalt wird deshalb voraussichtlich erst im September vorliegen. Die dünne Personaldecke der VG Maßbach wirke sich auch hier aus.

Marcus Stürmer fragte deshalb nach, ob die VG ihr Personal aufstocken will. Michael Weigand erwiderte dass die VG bereits auf Personalsuche ist, aber es nicht so einfach ist, qualifiziertes Personal zu finden und dass dieses dann ja auch noch eingearbeitet werden müsse.

Ein weiterer Gemeinderat aus Thundorf wollte wissen ob man abschätzen kann welche freien Mittel zur Verfügung stehen. Der Kämmerer erklärte das rund 30.000 Euro aus dem Vermögensplan, rund 135.000 Euro aus dem Investmentplan und ca. 600.000 Euro aus Ausrücklagen zur Verfügung stünden.

Die neuen Baugebiete würde man dann teilweise über Kredite abwickeln, die sich aber über den Verkauf der Grundstücke refinanzieren würden. Wobei noch unklar ist wann dieser Fall eintreten wird.

Nachdem der Kämmer die Gemeinderäte umfassend informiert hatte, widmete sich der Gemeinderat wieder dem Antrag der Caritas. Der Antrag der Caritas wurde einstimmig abgelehnt. Der Gemeinderat war der Ansicht, dass man das Geld vor Ort verwenden sollte, für die Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde. Dies hatte schon der „Alte Gemeinderat“ so beschlossen.

Als Beispiel für die lokale Verwendung nannte Bürgermeister Düker den Zuschuss der Gemeinde zum Zeltlager der Thundorfer Maltesergruppe und die Bereitstellung von Sachleistungen und Personal.

Fahrzeug für den Bauhof?

Schließlich ging es um den Antrag auf Beschaffung eines weiteren Fahrzeugs für den Bauhof. Der neue Bauhofleiter möchte die Effizienz des Bauhofs erhöhen. Dazu wäre ein Pritschenwagen mit kippbarer Ladefläche nötig. Zurzeit müssten oft Großfahrzeuge mit zwei Personen ausrücken, um Besorgungen und Ortstermine zu erledigen.

Bürgermeister Düker kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Der vielbefahrene Weg zum Rothhauser Fotostudio weist immer wieder größere Schlaglöcher auf. Um der Sorgfaltspflicht der Gemeinde nachzukommen, müssten hier immer zwei Fahrzeuge eingesetzt werden, um die Schäden zu beheben. Wegen Transport- und Besorgungsfahrten müssten immer wieder Teams oder Teile des Teams abgezogen werden, was die angefangenen Arbeiten unnötig in die Länge ziehe.

Mit einem weiteren Fahrzeug könnten Ressourcen geschont werden, Schüttgüter schneller zum Einsatzort gebracht werden und die Teams vor Ort bleiben und die angefangenen Arbeiten zügig beenden, hieß es in der Sitzung.

Kontroverse Diskussion

Der Gemeinderat debattierte kontrovers über den Antrag. Wie bereits erörtert, hat die Gemeinde ja aktuell noch keinen Haushalt. Max Geier regt an, die Arbeitsabläufe zu optimieren. Die Mehrheit der Gemeinderäte sah jedoch ein, dass ein zweites Fahrzeug einfach notwendig ist. Deshalb wurde Bürgermeister Düker bei drei Gegenstimmen damit beauftragt, ein gebrauchtes Fahrzeug für maximal 20.000 Euro zu beschaffen.

Abschließend teilte der Bürgermeister mit, dass die zwei Funkmasten in Thundorf noch eine Weile stehen würden, da die Betreiber vergessen haben, den neuen Masten ans Netz anzuschließen.

Mit Zustimmung der Gemeinderäte erlies der Bürgermeister ein Verbot, dieses Jahr Johannisfeuer in der Gemeinde anzuzünden.