Bei einer Wallfahrt wird nur gebetet, es wird schnell gelaufen und da laufen nur ältere Leute mit. Das sind die üblichen Vorurteile über eine Wallfahrt. Dass dem auch ganz anders sein kann, beweist die Hammelburger Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. Auch dieses Jahr machen sich voraussichtlich rund 150 Wallfahrerinnen und Wallfahrer im Alter von zwölf bis 86 Jahren auf den Weg, in drei Tagen von Hammelburg nach Vierzehnheiligen zu wallen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Gestartet wird am 7. Mai um 5 Uhr mit der Gepäckverladung auf dem Buttenmarkt. Nach einer kleinen Andacht um 5.30 Uhr startet die Gruppe dieses Jahr unter dem Motto des diesjährigen Kirchentages „Hab Mut, steh auf“ von der Stadtpfarrkirche Richtung Westheim. Gleich auf den ersten Metern kann man als Wallfahrerin oder Wallfahrer die besondere Atmosphäre genießen, bei musikalischer Begleitung und Gesang durch die morgendlich noch stille Innenstadt zu ziehen.

45 Kilometer pro Tag

An den ersten zwei Tagen legen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer täglich eine Strecke von rund 45 Kilometern zurück. Dabei wird nicht dauernd gebetet. In lockerer Atmosphäre wird gelaufen und man kommt bei besinnlichen Texten der Vorbeterinnen und Pfarrer Thomas Eschenbacher zur Ruhe. Das Team der Verkehrshelfer sorgt für einen sicheren Weg, die Sanitäter kümmern sich um die kleinen Blessuren und Blasen an den Füßen. Und wer gar nicht mehr kann, kann sich im Begleitfahrzeug mitnehmen lassen.

Übernachtet wird in Gastfamilien beziehungsweise im Hotel. Am Samstag wird die Wallfahrergruppe durch die Tageswallfahrer vergrößert. Diese fahren um 5 Uhr mit dem Bus von der Turnhouter-Straße in Hammelburg nach Ebern. Dort beginnen alle Wallfahrer den Tag mit einem gemeinsamen Gottesdienst in die kürzeste Etappe der Wallfahrt mit nur 25 Kilometern. Begleitet von den Fahnenträgerinnen und Fahnenträgern, den wechselnden Schild- und Lautsprecherträgerinnen und -trägern, kommen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer gegen 14.30 Uhr in Vierzehnheiligen an. „Ergreifend“ beschreibt jeder den Moment, wenn nach dem anstrengenden letzten Aufstieg die beeindruckende Basilika in Sicht kommt und die ganze Gruppe gemeinsam feierlich einzieht.

Normalerweise ist der Abend jedes Mal ein ausgelassener Abschluss der gemeinsamen drei Tage, bei dem im Biergarten oder im Diözesanhaus viel gesungen und gelacht wird. Dieses Jahr endet die Wallfahrt wegen des Katholikentages am darauffolgenden Wochenende allerdings schon am Samstag. Die Wallfahrer nehmen gegen 19.30 Uhr gemeinsam mit den Tageswallfahrern den Bus zurück nach Hammelburg. Wer möchte, kann noch bis Sonntag in Vierzehnheiligen bleiben und am Gottesdienst in der Basilika teilnehmen. Die Rückreise muss dann in Eigenregie organisiert werden.

Wer Lust bekommen hat, dieses Jahr selbst einmal mitzulaufen, bekommt genaue Infos über das Pfarrbüro der Pfarreiengemeinschaft „Sieben Sterne im Hammelburger Land“ oder die Homepage der Pfarrei. Anmeldeschluss ist der 13. April. red