Der Beginn des Jahres war für die Kindertageseinrichtung „Kleine Strolche“ in Winkels mit einer tiefgreifenden Zäsur verbunden. Der bisherige Rechtsträger, die Katholische Kirchenstiftung St. Bonifatius Winkels, hat die Betriebsträgerschaft an den Caritasverband im Landkreis Bad Kissingen übergeben, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Um welche Aufgaben geht es bei der Betriebsträgerschaft? Beim Betriebsträger liegt die finanzielle, personelle und organisatorische Verantwortung einschließlich der Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Warum hat die Kirchenstiftung die Betriebsträgerschaft abgegeben? In den letzten Jahren war die Erkenntnis gereift, dass die Kirchenstiftung mittel- bis langfristig mit der Verwaltung des Kindergartens überfordert sein würde. Daher wurde eine Professionalisierung der Verwaltung angestrebt, und es sollte gleichzeitig die insgesamt katholische Ausrichtung gewährleistet bleiben. Diese Kriterien erfüllt der Caritasverband für den Landkreis Bad Kissingen , so die Pressemitteilung. Dort wird seit 2024 ein eigener neuer Fachbereich aufgebaut, und inzwischen befinden sich die KiTas in Münnerstadt, Aura, Reiterswiesen, Arnshausen und – ebenfalls seit Januar – in Burkardroth in dessen Trägerschaft.
Was hat sich für das Personal geändert? Durch den Betriebsübergang trat für alle Beschäftigten ein Arbeitgeberwechsel von der Katholischen Kirchenstiftung St. Bonifatius Winkels zum Caritasverband für den Landkreis Bad Kissingen e. V.
ein. Somit gingen die Arbeitsverhältnisse mit allen zum Zeitpunkt des Betriebsübergangs bestehenden Rechten und Pflichten kraft Gesetzes vom bisherigen auf den neuen Rechtsträger über.
Was hat sich für die Eltern und Erziehungsberechtigten geändert? Über die Erteilung eines neuen Lastschriftmandats (zum Einzug des Elternbeitrags) hinaus gab es keine im Alltag wahrnehmbaren wesentlichen Veränderungen. Über mögliche Veränderungen in Detailfragen wird der neue Träger künftig gegebenenfalls rechtzeitig informieren, so die Pressemitteilung.
Hat sich ansonsten noch etwas geändert? Die Kirchenstiftung war bislang nicht nur Betriebsträger der KiTa „Kleine Strolche“, sondern auch Eigentümer des Gebäudes und des entsprechenden Grundstücks. Die Diözese Würzburg bezuschusst allerdings seit einiger Zeit keine baulichen Maßnahmen an Kindergärten mehr und empfiehlt eine Abgabe von Kindergartengebäuden an die Kommunen. Da die Kirchenstiftung nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um künftig notwendige Sanierungsarbeiten selbst zu tragen, erwirbt laut Pressemitteilung die Stadt Bad Kissingen den Kindergarten, und zwar das Grundstück und das Gebäude.
Was lässt sich rückblickend über die Verhandlungen sagen? Nahezu zwei Jahre wurde an den Veränderungen gearbeitet, zahlreiche Sitzungen der Kirchenverwaltung und Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen haben schließlich zum Abschluss geführt.
Seit wann hat die Kirchenstiftung den Kindergarten betrieben? Für die Kirchenstiftung endet nach gut 77 Jahren eine Ära, die am 15. November 1948 mit der Eröffnung des Kindergartens begonnen hatte. red