Beim Neubürgerstammtisch am 21. Mai stand die Geschichte des Tennissports in Bad Kissingen im Mittelpunkt. Richard Pucher und Markus Wittek stellten den Tennisclub Rot-Weiß Bad Kissingen e. V. vor und gaben Einblicke in die Entwicklung der Anlage an der Lindesmühlpromenade.
Bereits 1888 entstanden die ersten Tennisplätze im Kurgarten. 1907 begann der Spielbetrieb an der Lindesmühlpromenade, verbunden mit der Gründung des Lawn-Tennis-Clubs. In den Anfangsjahren beschäftigte der Club neben Tennislehrern auch Balljungen: 1907 waren es acht, 1913 bereits 22. Für sie gab es sogar ein eigenes Unterkunftshaus mit Waschgelegenheiten. 1929 wurde die Anlage auf acht Plätze erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg betrieben die Amerikaner ab 1945 den IRO-Tennis-Club. 1950 wurden die Plätze wieder freigegeben, 1951 folgte die Eintragung des Tennisclubs Rot-Weiß Bad Kissingen.
Auch Hochwasser prägte die Vereinsgeschichte. Nach dem Jahrhunderthochwasser 2003 wollte der Freistaat als damaliger Eigentümer die Anlage nicht mehr instand setzen. Der Verein kaufte sie und sanierte sie in eigener Verantwortung. Heute verhindert der Hochwasserschutz größere Schäden. Wie Richard Pucher berichtete, hat der Schutzwall aus der Vogelperspektive die Form eines Tennisschlägers. Besonderes Interesse galt den Turnieren. 1913 stiftete Boxberger den Goldpokal, der erst nach drei Siegen in Folge behalten werden durfte. Bis 1989 fanden die bekannten Bäderturniere statt, ab 1985 mit Weltranglistenpunkten. Namen wie Michael Stich, Carl-Uwe Steeb und Andreas Maurer sind mit dieser Zeit verbunden. Seit 2000 richtet der Verein unter anderem Bayerische Seniorenmeisterschaften und Senioren Open aus.
Heute zählt der Club 512 Mitglieder, darunter 180 Kinder und Jugendliche. 21 Mannschaften von U10 bis Herren 75 sind gemeldet. Ehrenamtliches Engagement, ein Platzwart sowie ein Trainerteam mit drei hauptamtlichen Trainern sichern den Betrieb. Angebote reichen von freiem Training über Speed Learning, Ferienkurse, Camps und Schnuppertennis bis zu Angeboten für Gäste. Auch Trendsportarten wie Pickleball und Padel-Tennis sind im Blick.
Das nächste Neubürger-Treffen findet am 18. Juni um 19 Uhr statt. Es wird eine Führung durch die Ochsenkathedrale, den ehemaligen Schlachthof von Bad Kissingen, sein. Eine Anmeldung per E-Mail ist unbedingt erforderlich bei Anita.Schmitt@ascordis.de.
Anita Schmitt,
Neubürgerstammtisch
Bad Kissingen