Ein Gutachter soll helfen, den Hergang eines schweren Verkehrsunfalls in der Nacht auf Samstag in der Ortsmitte von Ebersdorf bei Coburg aufzuklären. Es war eine Verfolgungsjagd wie in einem Actionfilm. Wie die Polizei mitteilt, wurden in der Folge drei Menschen verletzt - darunter zwei Fußgänger zum Teil schwer.
Eine Polizeistreife aus Coburg wollte gegen 3 Uhr in der Nacht einen Autofahrer auf der B 303 kontrollieren und gab dem Fahrer nach eigenen Angaben mehrere Anhaltesignale. Der Autofahrer hielt jedoch nicht an, sondern gab Gas und flüchtete vor der Polizei.
Laut Polizeibericht bog der Autofahrer nach Ebersdorf ab und beschleunigte auf über 100 Kilometer pro Stunde. In der Canterstraße verlor der Fahrer schließlich die Kontrolle über seinen Wagen. Er schlingerte auf dem Gehweg gegen einen dort geparkten Kleintransporter.
Der Transporter wurde durch die Wucht des Aufpralls gegen ein weiteres, davor geparktes Fahrzeug geschleudert. In der Folge wurden auch ein Stromverteilerkasten sowie eine Straßenlaterne umgefahren.


Fußgänger erfasst

Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich zwei Fußgänger auf dem Gehweg. Einer der beiden wurde durch die umherfliegenden Splitter leicht verletzt. Der andere Fußgänger wurde von dem Autofahrer erfasst und schwerst verletzt, wie die Polizei mitteilt. Der Autofahrer selbst wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Die Polizeibeamten konnten den Mann befreien - er erlitt leichtere Verletzungen und einen Schock. Der schwerst verletzte Fußgänger wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Erlangen geflogen. Die Unfallaufnahme sowie die Reinigungsarbeiten zogen sich laut Polizei bis in die frühen Morgenstunden hin. 17 Einsatzkräfte der Feuerwehr Ebersdorf waren vor Ort, leuchteten die Unfallstelle aus und sperrten die Ortsdurchfahrt.


Zeugen gesucht

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden beim Unfallverursacher eine Blutentnahme durchgeführt, sein Fahrzeug sichergestellt sowie ein Gutachter zur Klärung des Unfallhergangs an die Unfallstelle beordert. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 60 000 Euro.
Die Polizei bittet Zeugen, die den Unfallhergang beobachtet haben, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Hinweise nimmt die Verkehrspolizei Coburg unter der Telefonnummer 09561/645-0 entgegen. red