Berufliche Wiedereingliederung gelingt besser, wenn man sich ausreichend qualifiziert und Angebote der Fortbildung nutzt. Dies tun viele Betreute der Laufer Mühle, die sich während ihrer Suchttherapie auf den Einstieg in das Berufsleben vorbereiten. Derzeit nehmen elf Personen an einem IHK-Zertifikatslehrgang teil, der die Teilnehmer dazu befähigt, im betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig zu werden.
Zu dieser Ausbildung gehören auch berufspraktische Einsätze, wie die Durchführung von verschiedenen Gesundheitspräventionsmaßnahmen. Aktuell leiteten vier Betreute einen Suchtpräventions-Workshop für die Auszubildenden der Firma "Heinz-Glas-Group" mit Hauptsitz im oberfränkischen Tettau. Das Unternehmen gehört zu den Weltmarktführern bei der Herstellung von Glasflaschen.
Personalleiterin Melanie Fiedler und der stellvertretende Betriebsrat Adem Elkol, der selbst durch die Ausbildung zum betrieblichen Suchtberater die Laufer Mühle im letzten Jahr intensiv kennenlernen durfte, begleiteten die 15 jungen Frauen und Männer. Beim Rundgang über das Gelände und bei der anschließenden Diskussion mit Betroffenen lernten die Jugendlichen viel über die Wirkstoffe von Alkohol, Drogen und Medikamenten kennen. Sie erfuhren dabei, wie jedermann in die Fänge der Abhängigkeit geraten und wie man sich aber auch aus dieser Krankheit wieder befreien kann. Offen erzählten sie über eigens gemachte Erfahrungen und nahmen dankbar die Ratschläge der Mühlenbewohner auf, wie es gelingt, sich vor einer Sucht zu schützen.
Mitgebracht hatte die Gruppe einen Scheck über 500 Euro, der laut Michael Thiem, Gesamtleiter der Laufer Mühle, für die Finanzierung des Lehrgangs "soziotherapeutischer Assistent" für die Bewohner hergenommen wird. "Leider gibt es für solch sinnvolle Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederungen keine öffentlichen Gelder, so dass wir sehr dankbar für solche Spenden sind", so Thiem.
Mit vielen neuen Erfahrungen traten die Azubis nach einem intensiven Tag in der Laufer Mühle ihre Heimreise an und bedankten sich dafür, dass diese Form der Suchtprävention sehr lebensnah ausgerichtet ist und auch viel Spaß gemacht hat. red