In Bayern gibt es eine einzigartige Kulturlandschaft. Das zeigt auch der aktuelle Artenschutzbericht: Demnach sind 80 000 der insgesamt 100 000 in Deutschland heimischen Arten in Bayern daheim. Laut Bauernverband spielt bei der Bewahrung von Bayerns Naturschätzen die Landwirtschaft eine zentrale Rolle.
Das bayerische Umweltministerium und der Bayerische Bauernverband haben deshalb in diesem Jahr zum ersten Mal die Auszeichnung "Naturschutzpartner Landwirt 2018" vergeben. Dabei wurde auch Nora Wölfert aus Ahlstadt, Gemeinde Meeder, ausgezeichnet. "Der Beitrag der Landwirte zu einer naturschonenden Bewirtschaftung ist für artenreiche und vielfältige Lebensräume unersetzlich. Mit dem Wettbewerb werden Landwirte ausgezeichnet, die sich in besonderem Maß für Naturschutz und Landschaftspflege engagieren", sagte Umweltminister Marcel Huber bei der Auszeichnung, die am 4. Juni im Münchner Prinzregententheater stattgefunden hat.
Der Umweltpräsident des Bayerischen Bauernverbands, Stefan Köhler, hob hervor: "Der Wettbewerb mit über Hundert Bewerbungen hat gezeigt, dass sich zahlreiche bayerische Bäuerinnen und Bauern mit Herzblut für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt engagieren." Ein eindrucksvolles Beispiel sei der Biohof von Nora Wölfert. Sie zeige, wie Maßnahmen zum Erhalt der Kulturlandschaft sowie zur Förderung der Biodiversität in den Betrieb integriert werden können.
Nora Wölfert vom Biohof Wölfert nutzt die steinigen Böden ihrer fränkischen Heimat klug im Einklang mit der Natur. Neben hochwertigen Linsen und feinem Emmer ist deshalb dort auch Platz ist für seltene Ackerwildkräuter wie Adonisröschen und Ackerrittersporn: ein Fest für Insekten. Sie bewirtschaftet diese Fläche genauso wie ihre Weiden, Wiesen und ihren Wald im Vertragsnaturschutz. Das sei ganz im Sinne des Bayernnetz-Natur-Projektes "Lange Berge". Auch Rebhuhn, Neuntöter und Wachtel wüssten das zu schätzen, hieß es bei der Auszeichnung.
Beim Wettbewerb "Naturschutzpartner Landwirt" konnten landwirtschaftliche Betriebe teilnehmen, die sich freiwillig am Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) beteiligen oder sich anderweitig besonders für naturschutzfachlich wertvolle Tier- und Pflanzenarten sowie alte Rassen und Sorten einsetzen. red